K-Frage in der Union : Wie geht es weiter in der K-Frage der Union?

Es ist der „Tag dazwischen“ im Machtkampf innerhalb der Union. Alles läuft auf das Ende der Woche zu, CDU und CSU halten sich am Mittwoch sehr zurück. Einer wirbt vehement für seinen ehemaligen Widersacher.

Die Frage, wie es weitergeht, wird in Unions-Kreisen nicht oder nur zögerlich beantwortet. Man verweist auf das Ende der Woche, also den Freitag. Das Wochenende fällt aufgrund der Gedenkfeier für die Corona-Toten für das Verkünden von politischen Großereignissen flach, am Montag wollen bereits die Grünen ihre Kandidatenfrage klären. Dem will man unbedingt zuvorkommen.

  Aus Unionskreisen hieß es am Nachmittag, ein möglicher Verhandlungsweg seien zwei Zehnerkommissionen die miteinander das weitere Vorgehen berieten. Unmut soll es dabei auf Seiten der CSU gegeben haben, weil die Parteivizes bei der Besetzung offenbar außen vor bleiben sollen. Fest stehen die beiden Kontrahenten, ihre Generalsekretäre, Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.

Friedrich Merz, ehemals Hauptkonkurrent von Laschet im Kampf um den CDU-Vorsitz, sprach sich erneut klar für Laschet aus.  Dieser habe das klare Votum der CDU-Gremien, betonte er und  verwies darauf, dass Bayern bei der Corona-Bekämpfung schlechter dastehe als NRW.  Söder habe zudem bei der bayerischen Landtagswahl 2018 das schlechteste CSU-Ergebnis der Nachkriegsgeschichte hinnehmen müssen. Auch habe Söder 2018 nach „rechts gewinkt“ und umwerbe nun die Grünen. Er wünsche sich „etwas weniger Anbiederung an den Zeitgeist“.

 

Sorgenvolle Stimmen kommen auch aus NRW. Ein führendes Mitglied erklärte, die Basis sei von Söder entsetzt. „Für den wird keiner laufen.“ Auch der Vorsitzende der CDA NRW und zugleich Europaabgeordnete, Dennis Radtke, sprach von einem völlig unverantwortlichen Vorgehen: „Die demokratischen Führungsgremien derart zu delegitimieren, ist ein ganz gefährliches Narrativ. Wenn Söder meint, in einer modernen Demokratie müssen man andere Wege der Entscheidungen finden, dann fehlt nur noch das Wort Establishment und Sie sind bei Trumpismus.“ Söder stehe für nichts, außer sich selbst, kritisierte der CDA-Chef von NRW. „Er tut das, was gerade nützlich für ihn erscheint, in einer Rücksichtslosigkeit, die an die schlimmsten Tage im Verhältnis von CDU und CSU erinnern und die eine gemeinsame Basis ernsthaft gefährden.“ Radtke stört zudem, dass die Fraktion derart in den Fokus gerückt sei: „25 Prozent der dort vertretenen Abgeordneten treten doch gar nicht mehr an.“

Eine Mehrheit der Bundesbürger sieht die Bewerbung von CSU-Chef Markus Söder um die Kanzlerkandidatur der Union positiv. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwochausgabe) erklären 58 Prozent, es sei richtig, dass der bayerische Ministerpräsident seine Bereitschaft erklärt hat, Kanzlerkandidat der Union werden zu wollen. 30 Prozent der Deutschen halten Söders Griff nach der Spitzenkandidatur für falsch.

(mün,jw)