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Lieferungen von Vakzinen nehmen erst im zweiten Quartal deutlich zu

Lieferengpässe bei Corona-Vakzinen : Mehr Impfstoffe erst ab dem zweiten Quartal

Wegen Lieferengpässen bei den Herstellern baut das Saarland seine Rücklagen für Erstgeimpfte ab.

Bis zum Sommer sollen die Lieferungen des Corona-Impfstoffs in Deutschland deutlich anziehen. Für das laufende Quartal rechnet das Bundesgesundheitsministerium mit rund 18,3 Millionen Dosen der Impfstoffe von Biontech, Moderna und Astrazeneca gegen das Coronavirus. Für das zweite Quartal, in dem die noch nicht zugelassenen Vakzine von Johnson&Johnson sowie Curevac (nicht in der Grafik abgebildet) bereitstehen sollen, werden 77,1 Millionen Dosen vorausgesagt. Für das dritte Quartal rechnet man mit 126,6 Millionen Dosen und für das vierte Quartal mit dem Sanofi-Impfstoff mit 100,2 Millionen Dosen.

Wie viele Dosen davon voraussichtlich im Saarland verimpft werden, wollte das Gesundheitsministerium nicht sagen. Da die Vakzine aber nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel verteilt werden, der sich nach Steueraufkommen und Bevölkerungszahl der Bundesländer berechnet, kann das Saarland im laufenden Quartal mit 228 750 Impfdosen rechnen. Im darauffolgenden Quartal dürften es 963 750 Dosen sein, im dritten 1 582 500 und für die Zeit von Oktober bis Dezember 1 252 500 Impfdosen.

Aufgrund der geringeren Impfstofflieferungen baut das Saarland derzeit seine Sicherheitsrücklage ab, die für Personen bestimmt war, die bislang nur eine Erstimpfung erhalten haben. Wie das Gesundheitsministerium auf SZ-Anfrage mitteilt, würden pro Woche rund 30 bis 40 Prozent mehr Impfungen durchgeführt als Impfstoff ins Saarland geliefert würde. Von Biontech würden in den Kalenderwochen fünf, sechs und sieben jeweils 5850 Impfdosen erwartet, Moderna wollte in der sechsten Kalenderwoche insgesamt 2400 Dosen liefern.

Zugleich kündigte das Ministerium an, beruflich priorisierte Personen der größten Risikogruppe – etwa Ärzte oder Pfleger –, die noch nicht 65 Jahre alt sind, mit dem Astrazeneca-Vakzin zu impfen. Sobald diese Impfwilligen geschützt sind, werde man den Impfstoff für die nächsten geeigneten Priorisierten einsetzen. Hier mache es keinen Sinn, den Impfstoff zurückzuhalten, erklärte das Ministerium.