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Kritik am Umgang des WDR mit „Umweltsau“-Satire. Journalistenverband und Kinderhilfswerk tadeln Sender.

Journalistenverband und Kinderhilfswerk tadeln Sender : Kritik am Umgang des WDR mit „Umweltsau“-Satire

Die „Umweltsau“-Satire des Westdeutschen Rundfunks ruft weitere Kritiker auf den Plan. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und das Deutsche Kinderhilfswerk tadelten am Montag aber nicht das von einem Kinderchor gesungene Lied über eine fiktive Oma, sondern den Umgang des Senders mit der Kontroverse.

Die WDR-Verantwortlichen sowie die Sicherheitsbehörden müssten sich aktiv um den Schutz und die Sicherheit des freien Journalisten Danny Hollek bemühen, forderte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall in Berlin und wies darauf hin, dass der Journalist derzeit Opfer von Beleidigungen und Morddrohungen im Zusammenhang mit seinen Tweets zu dem Thema sei. Angehörige der rechtsextremen Szene marschierten vor seinem Haus auf und versuchten, den Journalisten einzuschüchtern, fügte Überall hinzu. Zugleich bezeichnete der DJV-Chef die redaktionelle Distanzierung des WDR-Intendanten Tom Buhrow von der Satire als „wenig hilfreich“: „Buhrow muss sich der Frage stellen, ob er mit seiner eilfertigen redaktionellen Distanzierung für den Beitrag nicht all denen Oberwasser gegeben hat, die nicht auf den Austausch von Argumenten, sondern auf das Mundtotmachen kritischer Journalisten aus sind.“ Der Intendant bekräftigte hingegen am Montag seine Kritik und entschuldigte sich erneut. Satire habe ihren Platz und sei dazu da, Mächtige aufs Korn zu nehmen, aber nicht, um eine Generation pauschal vor den Kopf zu stoßen und die Gefühle von Menschen zu verletzen.

Der Leiter des WDR Kinderchores Dortmund, Zeljo Davutovic, wurde nach eigener Aussage vom Wirbel um das Satirelied überrascht. „Ich habe geglaubt, dass das Lied in der WDR-Satire-Ecke bleiben und auch in diesem Kontext diskutiert werden würde“, erklärte Davutovic in einem auf sueddeutsche.de veröffentlichten Interview. „Nachdem ich den parodierten Text gelesen hatte, war für mich ohne jeden Zweifel, dass mit der Textfigur ‚Oma‘ wir alle gemeint sind“, so der Chorleiter.