Kommentar zu SPD-Zukunftsplänen: Basis ist Boss

Kommentar : Basis ist Boss – jetzt auch bei der SPD

Immerhin: Gut drei Wochen nach dem Überraschungsrückzug von Andrea Nahles weiß die SPD nun schon mal, wie sie zu einer neuen Führungsspitze kommen will. Nur, wer die Partei aus dem tiefen Tal der Tränen führen kann (und will), steht noch in den Sternen.

Damit verschafft man sich allenfalls eine Verschnaufpause. Gleichwohl haben Präsidium und Vorstand ein neues Kapitel in der Geschichte der Sozialdemokraten aufgeschlagen. Dabei drängen sich Parallelen zu den Grünen auf – im Guten wie im Schlechten.

„Basis ist Boss“, das Prinzip der Grünen bei der Bundestagswahl macht sich nun auch die SPD zu Eigen, was der innerparteilichen Demokratie zweifellos gut tun wird. Allerdings sollte die kollektive Weisheit auch nicht überschätzt werden. 1993 setzte sich Rudolf Scharping per Urwahl durch. Schon zwei Jahre später wurde er aber von Oskar Lafontaine weggeputscht.

Der SPD-Vorsitz ist zum Himmelfahrtskommando geworden. Umso schwieriger dürfte es werden, ein zweiköpfiges Team zu finden, von dem nichts weniger erwartet wird, als die Partei neu zu erfinden.

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