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Kommentar zu Absagen wegen Corona: Die Gesundheit geht vor

Kommentar : Die Gesundheit geht vor

Noch gibt es große Wissenslücken darüber, wie das Coronavirus genau funktioniert und welcher Impfstoff dagegen wirksam hilft. Klar dürfte allerdings sein, dass der Erreger in Frankreich derselbe ist wie in Deutschland.

Und auch in Deutschland selbst macht das Virus nicht vor Landesgrenzen halt. Was man ebenfalls weiß: Größere Menschenansammlungen begünstigen seine Ausbreitung. Die einschlägigen Gegenmaßnahmen muten jedoch wie ein Flickenteppich an. Und das sorgt für noch mehr Verunsicherung.

In Frankreich sind ab sofort Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt. Für Deutschland hat Gesundheitsminister Spahn jetzt dieselbe Untergrenze angeregt. Die Zahl mag willkürlich gegriffen sein. Aber es geht um eine konzertierte Antwort auf das Virus. Laut Infektionsschutzgesetz entscheiden jedoch die Behörden vor Ort. Der Krisenstab der Bundesregierung kann nur Empfehlungen geben. Angesichts der raschen Corona-Ausbreitung muss der gesundheitliche Schutz klar vor wirtschaftliche Interessen gehen. Überall in Deutschland. Das bedeutet: Die Kleinstaaterei in Sachen Seuchenschutz gehört endlich abgeschafft. Nötig ist ein einheitliches Vorgehen in Bund und Ländern. Spätestens nach der Corona-Krise müssen die Bestimmungen entsprechend geändert werden.