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Kommentar Wohngeld: Diesmal kein Etikettenschwindel

Kommentar : Diesmal kein Etikettenschwindel

Wie schon manches Kabinettsmitglied vor ihm hat sich jetzt auch der Bauminister von der CSU einen wohlklingenden Namen ausgedacht, um einem Vorhaben mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen: Horst Seehofer brachte gestern das „Wohngeldstärkungsgesetz“ auf den Weg.

Und das ist ausnahmsweise mal kein Etikettenschwindel. Der Name ist verdient.

Das Wohngeld war lange Zeit ein Stiefkind der Politik. Vor allem dann, wenn der Bund mal wieder knapp bei Kasse war. So kam es, dass zwischen den Anpassungen des Wohngeldes an die Miet­entwicklung bis zu zehn Jahre ins Land gingen. Auch die letzte Reform ist bereits vier Jahre her. Auf diese Weise verloren immer mehr Betroffene ihren Wohngeldanspruch, obwohl sie die festgelegten, aber veralteten Einkommensgrenzen zum Teil nur minimal überschritten. Mit dieser Willkür macht Seehofers Reform jetzt Schluss. Künftig soll das Wohngeld automatisch an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst werden. Das ist vernünftig.