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Kommentar: Uefa verbietet Regenbogen gegen Orban bei EM in München

Uefa gegen Regenbogen in München : Wie viel Politik bei der EM?

Ein gutes Ziel, ein falscher Weg. Warum die Uefa im Falle der Allianz-Arena im Recht ist.

Fußball-Verbände der Scheinheiligkeit zu bezichtigen, ist en vogue, aber nicht immer berechtigt. Die Uefa hat im Falle von Manuel Neuer die Kurve bekommen und dem Torwart die Regenbogen-Kapitänsbinde erlaubt. Das war zwingend, schmückt sich der Fußballverband doch mit teuren Kampagnen für Vielfalt. Und Neuer hat die Farben schon gegen Frankreich und Portugal getragen, als allgemeines Statement für Diversität. Das ausgerechnet gegen Ungarn zu verbieten, hätte angesichts des Streits um die homophobe Gesetzgebung Viktor Orbans ein fatales Zeichen gesetzt.

Aber ein Zeichen wäre umgekehrt auch die Regenbogen-Beleuchtung des Münchner Stadions speziell für das Ungarn-Spiel gewesen – nicht für Diversität allgemein. Es war als politisches Statement des Gastgebers (nicht von Zuschauern oder Spielern) gegen die Regierung der Gäste gedacht. Eine echte Politisierung der EM. Wieweit soll die gehen? Zieren die Front der Allianz-Arena bald kurdische Farben bei Spielen gegen die Türkei und Nawalny-Porträts bei Partien gegen Russland? Auch wenn das wichtige Botschaften sind: Die Uefa konnte im Grunde gar nicht anders, als dieses Fass geschlossen zu halten.