1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Inland

Kommentar Impfgipfel: Der Kampf um den Mangel

Kommentar : Der Kampf um den Mangel

Nun also soll ein Gipfel von Bund und Ländern dem Impfchaos beikommen. Doch um es klar zu sagen: Auch sie können kein zusätzliches Serum herbeizaubern. Zu Recht hat Jens Spahn die Erwartungen deshalb tiefer gehängt.

Das Hauptproblem sind ja nicht unerwartete Lieferausfälle, wegen denen sich der Hersteller Astrazeneca und die EU-Kommission in den Haaren haben. Auch wenn das schon ärgerlich genug ist. Das Hauptproblem besteht darin, dass insgesamt zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht. Fast überall in Europa. Auch das sonst so hochgelobte deutsche Unternehmen Biontech kämpft mit Lieferschwierigkeiten. Nur redet darüber im Augenblick keiner. Es fehlt schlicht an zusätzlichen Produktionskapazitäten, und die lassen sich nicht über Nacht aus dem Boden stampfen. Die Politik kann aber zum Beispiel Fördergelder locker machen, um die Produktion so schnell wie möglich auszuweiten. Und sie kann dafür sorgen, dass zerbrochenes Vertrauen gekittet wird. Denn das Gerangel an der Impf-Front wirkt für viele Bürger nur noch abschreckend. Es ist gut, dass deshalb auch Pharma-Vertreter mit am Gipfel-Tisch sitzen werden. Im Moment freilich bleibt den Akteuren kaum etwas anderes übrig, als den Mangel an Impfstoffen möglichst gerecht zu verteilen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.