Kommentar: Die CDU und Rezos Bedingungen

Kommentar : Nicht Rezo, aber die Jugend erreichen

Die CDU sollte nicht um die Gnade des Youtubers Rezo betteln - aber sich auf Lebenswelt und Kommunikationsformen der jungen Menschen einlassen. Und ihr Programm überprüfen.

Es bleibt Rezo unbenommen, Gespräche mit demokratischen Parteien nur dann zu führen, wenn sie vorab inhaltliche Zugeständnisse machen. Seiner Rolle in der öffentlichen Debatte, in die ihn der Erfolg seines 55-Minuten-Videos gebracht hat, wird das aber nicht gerecht. Es wäre vielleicht zu viel verlangt. Die CDU sollte aber nun die Coolness haben, dem Youtuber nicht hinterherzulaufen und darum zu betteln, dass er sie plötzlich lieb hat und ihr Absolution vor der jungen Netzgemeinde gibt. Das wird schon deswegen nicht geschehen, weil Rezo in seinen Video nicht nur die Klimapolitik geißelt, sondern auch auf anderen Feldern anders tickt als die CDU – links halt. Sein Video ist kein Versuch einer objektiven Annäherung, sondern eine mit vielen Wahrheiten, ein paar Halbwahrheiten und selektiven Fakten gespickte (legitime) Agitation. Die CDU sollte weniger über Rezo reden und (trotz allen berechtigten Unbehagens!) auch nicht über die Probleme der Kommunikation im Internet-Zeitalter jammern. Sondern junge Menschen, ihre Lebenswelt und Kommunikationsformen ernst nehmen. Und – als Volkspartei – überprüfen, ob ihre Politik den Interessen junger Leute entspricht.