Gewerbliche E-Fahrzeuge Wissing macht fürs schnelle Laden 150 Millionen locker

Exklusiv | Berlin · Gewerblich genutzte E-Fahrzeuge können laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) einiges zum Klimaschutz beitragen. Deswegen macht der Minister jetzt 150 Millionen Euro für Schnellladepunkte locker.

Mit 150 Millionen Euro sollen Schnellladepunke für gewerbliche E-Fahrzeuge gefördert werden.

Mit 150 Millionen Euro sollen Schnellladepunke für gewerbliche E-Fahrzeuge gefördert werden.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

In Sachen Klimaschutz genießt Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) keinen sonderlich guten Ruf in der Ampel. Jetzt startet der Minister aber im Bereich von gewerblich genutzten E-Pkw und E-Lkw eine neue Offensive – und zwar fürs schnelle Laden.

Wissing sagte unserer Redaktion: „Gewerblich genutzte Fahrzeuge haben im Vergleich zu Privatfahrzeugen eine deutlich höhere Laufleistung. Damit spielen sie für die Elektrifizierung des Verkehrs eine große Rolle und sind gleichzeitig ein wichtiger Hebel, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Deshalb werde man weitere 150 Millionen Euro in den Aufbau von gewerblicher Schnellladeinfrastruktur investieren. „Die Förderung kommt insbesondere auch der Transport- und Logistikbranche zu Gute. Gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren von unserer Förderung, da die Umstellung auf eine klimafreundliche Flotte mit hohen Investitionen verbunden ist“, sagte Wissing.

Das Transport- und Logistikgewerbe, aber auch Handwerks- und Gewerbebetriebe, Flottenanwender wie Mietwagen- und Carsharing-Anbieter sowie Pflegedienste sind die Zielgruppe. Neben Ladepunkten für E-Pkw sollen vor allem auch die für E-Lkw unterstützt werden - unabhängig von der möglichen Fahrzeugförderung. Der Minister setzt damit ein Programm fort, das mit der „Kommission Straßengüterverkehr“ zur Entlastung der Branche vereinbart worden war.

Oliver Luksic (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär und Logistikkoordinator der Regierung, sagte unserer Redaktion: „Viele Unternehmen des Straßengüterverkehrs befinden sich aktuell in einer angespannten Lage.“ Daher wolle man bei der Umstellung auf klimafreundliche Technologien helfen und gleichzeitig für Entlastung sorgen. „Am 3. Juni starten wir einen weiteren Förderaufruf zum Aufbau einer unternehmenseigenen Schnellladeinfrastruktur, von dem insbesondere auch Logistiker profitieren können“, sagte Luksic.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie mit öffentlicher Beteiligung. Förderfähig sind demnach Investitionsausgaben für die Schnellladeinfrastruktur und die technische Ausrüstung sowie Ausgaben für Netzanschluss und die Installation elektrischer Leitungen. Für kleine und mittlere Unternehmen ist eine Förderquote von bis zu 40 Prozent möglich, für Großunternehmen eine Förderquote von bis zu 20 Prozent, begrenzt auf einen Höchstbetrag, der von der Leistung eines Ladepunktes abhängig ist. Die Schnellladepunkte müssen im Inland errichtet werden – und der für den Ladevorgang erforderliche Strom muss aus erneuerbaren Energien stammen.

(has)
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