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Katholische Kirche bietet Missbrauchsopfern Zahlung an

Katholische Kirche bietet Missbrauchsopfern Zahlung an

Bischof Ackermann sucht Konsens am Runden Tisch. Bisher wurden 432 Fälle gemeldet.

Saarbrücken. Die Katholische Kirche bietet den Opfern sexuellen Missbrauchs eine Geldzahlung an. Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, sagte der Saarbrücker Zeitung, die Kirche sei offen für eine solche Zahlung, spreche jedoch bewusst nicht von Entschädigung, sondern von der Anerkennung erlittenen Leids. Kriterien und Größenordnungen müssten am Runden Tisch festlegt werden, den die Bundesregierung eingerichtet hat. „Das wird ein schwieriges Thema werden, aber wir müssen uns dem stellen“, sagte Ackermann. Die Kirche strebe keine Fondslösung an. Die Betroffenen müssten die materielle Anerkennung zunächst vom Täter erhalten, erst dann trete die Institution ein, in der sie geschädigt wurden. „Von der Kirche, wenn es die Kirche war, und zwar das konkrete Bistum. Vom Sportverein, wenn der Missbrauch dort geschehen ist. Allerdings sollten sich dann auch alle Institutionen zu einer solchen Zahlung verpflichten“. Ackermann betonte, dass die vorgeschlagene Zahlung nur Teil eines Gesamtkonzeptes sei, das die Kirche am Runden Tisch vorgelegt habe. Dazu gehörten ein Präventionsfonds sowie die Übernahme von Kosten für Therapien und eine Härtefallregelung. Laut Ackermann hat die Hotline der Bischofskonferenz bis Ende November über 3500 Gespräche mit Opfern und ihren Angehörigen geführt. Dabei seien 432 Sexualdelikte benannt worden, die durch Priester oder Ordensleute begangen wurden. „Diese Größenordnung war und bleibt ein Schock“. kol