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Kandidatur von Norbert Röttgen ist Strich durch die Rechnung bei CDU

Kandidatur von Norbert Röttgen : Strich durch die Rechnung

Norbert Röttgen ist Außenpolitiker. Und zwar ein guter. Der Mann hat das Ganze im Blick, er denkt in internationalen Zusammenhängen. Was aber unter Umständen zu groß und zu abstrakt sein könnte. Denn die Union braucht konkrete Lösungen, damit ihr die Wähler nicht länger davonlaufen; sie benötigt Antworten darauf, warum die Ost-CDU inzwischen völlig anders tickt als die im Westen.

Soll heißen: Innenpolitik first. Da muss dann auch einer wie Röttgen liefern. Kann er das noch?

Mag sein, dass Röttgen für sich persönlich die letzte Chance auf die große Karriere sieht nach dem Zerwürfnis mit Angela Merkel vor einigen Jahren. Vielleicht will er auch seinem ehemaligen Rivalen in NRW, Armin Laschet, ein Bein stellen. Spannend ist die Kandidatur des früheren Umweltministers vor allem deshalb, weil er den potentiellen AKK-Nachfolgern einen Strich durch die Rechnung macht. Merz, Laschet und Spahn haben augenscheinlich darauf gehofft, mit der Noch-Vorsitzenden die Personalfragen im Hinterzimmer auskungeln zu können. Daraus wird nichts mehr.

Röttgen zwingt die „Interessenten“ jetzt zum offenen Visier – an ihm kann man nicht einfach vorbeigehen. Das macht die ganze Chose zwar komplizierter. Aber zugleich wird der Prozess innerparteilich demokratischer. Und das ist gut so.