Große Freude kommt bei der Wahlparty der Linkspartei in Saarbrücken nicht auf

Wahlparty der Linken in Saarbrücken : „Der Klimaschutz hat alle anderen Themen überlagert“

Große Freude kommt bei der Wahlparty der Linkspartei in Saarbrücken nicht auf. Die Verluste stimmen die Genossen nachdenklich.

(ine) Das gemeinsame Aha-Erlebnis bei der Verkündung der ersten Hochrechnung bleibt aus: Die Technik versagt, kein TV-Empfang. Enttäuscht wenden sich die Blicke von der großen Leinwand ab. Ohnehin pendelt die Stimmung der rund 50 Linken-Mitglieder, -Wahlkämpfer und -Funktionäre, die sich im Saarbrücker Bistro versammelt haben, zwischen Hoffen und Bangen. Handys und Tablets werden gezückt, Köpfe beugen sich neugierig über die kleinen Monitore – zumeist auf der Terrasse, wo die Sonne freundlich scheint. Die Hochrechnungen der Europawahl geben den Linken dann eher wenig Anlass zur Euphorie: „Die Verluste gegenüber der Wahl 2014 sind äußerst schmerzhaft für uns“, gesteht etwa der Linke-Landtagsabgeordnete Dennis Lander. So manche halten sich derweil mit Optimismus an den noch ausstehenden Kommunalwahl-Ergebnissen fest, doch im Laufe des Abends sind viele sehr ernüchtert. Nicht alle freilich, denn in einigen Kommunen konnte die Linkspartei offenbar zulegen. Freuen oder nicht freuen? Das ist für so manchen hier die Frage.

Manfred Klasen von der Linken-Fraktion im Regionalverband Saarbrücken etwa will die Ergebnisse der EU-Wahl nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Man darf die Europawahlen nicht unterschätzen, vor allem wenn es nicht gelungen ist, die Rechtspopulisten zurückzudrängen.“ Markus Lein, (parteiloser) Kandidat der Linken für das Amt des Saarbrücker Oberbürgermeisters, versucht die Stimmung aufzuhellen: „Wir haben einfach alles gegeben, bis zum Umfallen gekämpft. Unsere Mission ist erst gekommen.“

Im Verlauf des Abends äußert sich auch Linke-Parteivize Barbara Spaniol gegenüber der SZ: „Wir können mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein“, räumt sie ein. „Der Klimaschutz hat alle anderen Themen überlagert.“ Mit ihrem am Sozialen  orientierten Thema sei die Linke deshalb nur unzureichend durchgedrungen. Einziger Lichtblick sei Bremen.

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