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Größte Erhöhung seit 2016: Die Renten steigen deutlich – trotz Corona-Krise

Größte Erhöhung seit 2016 : Die Renten steigen deutlich – trotz Corona-Krise

In den alten Bundesländern gibt es 3,45 Prozent, in den neuen Ländern 4,20 Prozent mehr. Das ist die größte Steigerung seit 2016.

Den 21 Millionen Rentnern in Deutschland winkt zum 1. Juli erneut eine spürbare Anhebung ihrer gesetzlichen Altersbezüge. „Auch in ungewissen Zeiten steht die Rentenversicherung für Verlässlichkeit“, kommentierte Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) die am Freitag veröffentlichten Zahlen. Nachfolgend die wichtigsten Daten und Hintergründe im Überblick.

Wie hoch ist die Rentenanpassung?

In den alten Bundesländern steigen die Renten um 3,45 Prozent und in den neuen Ländern um 4,20 Prozent. Eine Rente von 1000 Euro im Westen erhöht sich damit um 34,50 Euro. Im Osten gibt es ein Plus von 42 Euro. Damit beträgt das Rentenniveau in den neuen Ländern zur Jahresmitte 97,2 Prozent des Wertes in den alten Ländern.

Wie ist die Steigerung einzuordnen?

Bei der anstehenden Anpassung handelt es sich um die größte Steigerung seit dem Jahr 2016. Damals bekamen Rentner im Westen einen Zuschlag von 4,25 Prozent. Im Osten waren es sogar 5,95 Prozent.

Wie berechnet sich die Rente?

Berechnungsgrundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung des Jahres 2019 im Vergleich zum Jahr davor. Demnach betrug die Lohnsteigerung 3,28 Prozent in den alten und 3,83 Prozent in den neuen Bundesländern. Weil die Zahl der Beschäftigten wegen der guten Konjunktur schneller stieg als die der Rentner, wirkte sich auch der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel rentensteigernd aus.

Wie steht es um das allgemeine Rentenniveau?

Das Rentenniveau, also das Verhältnis zwischen einer sogenannten Standardrente nach 45 Versicherungsjahren bei stets durchschnittlichem Verdienst zum jeweils aktuellen Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten, beträgt 48,2 Prozent. Diese statistische Größe sagt allerdings wenig über die individuelle Rente aus, allein schon deshalb, weil sich die Lohnhöhe im Laufe einer Erwerbsbiografie sehr unterschiedlich gestaltet. Aufgrund einer gesetzlichen „Haltelinie“ soll das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 nicht unter 48 Prozent sinken.

Was ist für die Zukunft zu erwarten?

Weil in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird es auch weniger Beitragszahler geben. Schon deshalb sind in absehbarer Zukunft tendenziell geringere Rentensteigerungen zu erwarten. Erschwerend kommt nun hinzu, dass die Corona-Krise mit deutlich mehr Kurzarbeit und wohl auch weit mehr Arbeitslosen verbunden sein wird. Das lässt spürbare Rentenerhöhungen noch mehr in die Ferne rücken. Laut Gesetz dürfen die Renten aber zumindest nicht sinken, egal, wie sich Löhne und Beschäftigung entwickeln.