Gesetzentwurf: Therapieen gegen Homosexualität wohl bald verboten

Gesetzentwurf soll noch dieses Jahr ins Kabinett : Therapien gegen Homosexualität wohl bald verboten

Das geplante Verbot sogenannter Konversionstherapien für Homosexuelle nimmt Gestalt an. Bei unter 16-Jährigen sollen diese umstrittenen Methoden grundsätzlich untersagt werden. Das sieht ein erster Entwurf für ein entsprechendes Gesetz vor.

Es soll noch dieses Jahr ins Kabinett eingebracht werden, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Oppositionsparteien begrüßten das, kritisierten allerdings Ausnahmen, die im aktuellen Entwurf vorgesehen sind.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, sogenannte Konversionstherapien sollten soweit wie möglich verboten werden. „Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid.“

Konversionstherapien werden nach Einschätzung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die unter anderem die Geschlechterforschung fördert, immer noch bei Tausenden Betroffenen jedes Jahr in Deutschland angewendet. Dabei wird versucht, Homosexuelle durch fragwürdige Methoden umzuerziehen. Das reicht nach Angaben der Stiftung von „Therapien“ im familiären Umfeld und Sitzungen bei Coaches oder Therapeuten, über Gebete bis hin zu Dämonenaustreibung.

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