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Gehard Schröder im Interview mit Gabor Steingart bereit für Aussprache mit Lafontaine

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Zerwürfnis 1999 : Ex-Kanzler Schröder grundsätzlich zu Aussprache mit Oskar Lafontaine bereit

Ihre Wege trennten sich 1999 im Streit, seitdem haben sie sich nichts mehr zu sagen. Doch Gerhard Schröder, von 1998 bis 2005 Bundeskanzler, wäre bereit zu einer Aussprache mit seinem Widersacher - unter einer Bedingung.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist grundsätzlich zu einer Aussprache mit seinem politischen Kontrahenten Oskar Lafontaine (Linke) bereit, stellt dafür aber eine Bedingung. „Das geht doch erst, wenn beide nicht mehr in politischen Ämtern sind, dann kann man das machen“, sagte Schröder im neuen Podcast „Überstunde“ des Publizisten Gabor Steingart, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde.

Lafontaine sei immer noch „der Spiritus Rector“ der Linken, sagte Schröder in dem Gespräch mit Michael Bröcker und Marina Weisband. Als Voraussetzung für ein Gespräch nannte er, dass Lafontaine „nicht mehr in der ersten Linie steht“. Und weiter: „Fraktionsvorsitzender im saarländischen Landtag würde ich verzeihen.“

Anfragen von Medien, beide zu einem Doppel-Interview zusammenzubringen, habe er stets abgelehnt, so Schröder: „Es wäre doch nur das übliche Gerede gewesen, die Vorwürfe des einen gegen den anderen, das bringt doch nichts.“

Ex-Kanzler Gehard Schröder. Foto: dpa/Federico Gambarini

Lafontaine hatte Schröder bei der Bundestagswahl 1998 die Kanzlerkandidatur überlassen. Nach dem rot-grünen Wahlsieg war der damalige SPD-Bundesvorsitzende Lafontaine als Bundesfinanzminister in Schröders Kabinett eingetreten. Allerdings hatte er diese beiden Ämter am 11. März 1999 überraschend niedergelegt und war danach abgetaucht. Später begründete er seinen Rücktritt mit den politischen Unterschieden zu Schröder und der schlechten Zusammenarbeit mit dem Kanzler. Später kehrte er in die Politik zurück, um die Agenda-Politik Schröders zu bekämpfen.

Schröder erklärte nun im „Überstunde“-Podcast, Lafontaine sei „ein respektabler Politiker“, der aber „in einer bestimmten Frage Verantwortung fürs ganze Land vermissen“ ließ. Er sei „einer der begabtesten Politiker in Deutschland“ – allerdings mit der Problematik, dass er insbesondere von der Linken geliebt werden wolle. Das funktioniere nicht. Man könne eine der differenziertesten und wichtigsten Industriegesellschaften der Welt nicht regieren, wenn man sich „nur als Vollstrecker der eigenen Parteiprogramme“ begreife.

Oskar Lafontaine ist Vorsitzender der Linken-Fraktion im saarländischen Landtag. Foto: dpa/Oliver Dietze

Das ganze Gespräch unter https://podcasts.google.com/?feed=aHR0cHM6Ly91ZWJlci1zdHVuZGUucG9kaWdlZS5pby9mZWVkL21wMw&episode=Yzc4MTczNDA0YTMwNGRiZWY2NjUzYmFhZjY5YWFmOGE&hl=de&ved=2ahUKEwiR_b7S5tbnAhWFQEEAHRfABuoQjrkEegQIARAE&ep=6