Fußball-EM 2024 Zu viele Klatschpappen – Umweltschützer fordern weniger EM-Müll

Exklusiv | Berlin · Es soll eine besonders nachhaltige Fußball-Europameisterschaft sein. Laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) ist aber das Ziel bisher verfehlt worden. Zu wenig Mehrweg, zu viele Klatschpappen - nun müsse bei den restlichen EM-Spielen nachgesteuert werden.

 Auf Fanmeilen und in den Stadien fällt während der Europameisterschaft laut Umwelthilfe zu viel Müll an.

Auf Fanmeilen und in den Stadien fällt während der Europameisterschaft laut Umwelthilfe zu viel Müll an.

Foto: dpa/Christophe Gateau

Zu viele Klatschpappen und Einweg-Fahnen, zu wenig Mehrweg: Die Deutsche Umwelthilfe fordert für die noch ausstehenden Spiele der Fußball-EM weniger Müll in den Stadien und auf den Fanmeilen. Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sagte unserer Redaktion: „Wenn die EM die nachhaltigste aller Zeiten sein soll, dann muss noch eine Schippe draufgelegt werden.“

Metz ergänzte, es gebe noch kein Mehrweg für Speisen in Stadien und „keine Autoverbote an Spieltagen in Stadionnähe“. Zudem fehle das Verbot von Kurzstreckenflügen für Funktionäre und Mannschaften. „Auch das Merchandising mit kurzlebigen Einwegprodukten ist nicht nachhaltig. Aus Umweltsicht läuft nicht alles rund bei der EM“, so die Bundesgeschäftsführerin.

Laut der Experten der Umwelthilfe sind die Umweltauswirkungen der EM durch immer mehr Partien, Festivitäten und Marketing immens. „So werden viel zu viele Einwegprodukte wie Klatschpappen, Einweg-Fahnen aus Papier oder aufblasbare Klatschstangen verteilt, die dann als Müll im öffentlichen Raum liegen bleiben.“

Die Verringerung von Umweltbelastungen gelänge nur zum Teil. Zwar gebe es Mehrwegbecher in den Stadien, aber durch das Fehlen von Mehrweg-Menüschalen entstünden große Mengen unnötigen Mülls. Auch hätten die Veranstalter es bisher versäumt, etwa durch das Autoverbot rund um die Stadien und ein Verbot von Kurzstreckenflügen für Funktionäre ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Damit überdies die Bahn als umweltfreundliche Reisealternative genutzt werde, müssten lange Wartezeiten wie nach dem Spiel England gegen Serbien in Gelsenkirchen künftig möglichst vermieden werden. So hätten auch viele Österreicher Teile des Länderspiels gegen Frankreich wegen Reisepannen mit der Bahn verpasst, so die DUH-Experten. „Da muss nachgebessert werden, ansonsten reisen Leute mit Mietwagen und PKW an.“

(has)