Ein SPD-Duo verzichtet beim Auftakt der Kandidaten-Tour in Saarbrücken

Saarbrücken : Rennen um SPD-Vorsitz startet im Saarland mit Überraschung

Zum Auftakt des Castings der SPD-Kandidaten in Saarbrücken ziehen zwei Bewerber für die Parteispitze zurück – und unterstützen ein anderes Duo.

Zum Start der Deutschlandtour der Kandidaten für den SPD-Vorsitz hat sich das Bewerberfeld überraschend verkleinert. Das Kandidatenduo Simone Lange und Alexander Ahrens zog seine Bewerbung am Mittwoch in Saarbrücken zurück. Die Flensburger Oberbürgermeisterin und der Oberbürgermeister von Bautzen unterstützen stattdessen den Ex-Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, der gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken antritt. Lange sagte,  Ahrens und sie wollten ihre Kraft und Unterstützung übergehen lassen auf das Team von Walter-Borjans und Esken. „Wir sind nicht weg, wir werden weiter Wahlkampf machen“, sagte Lange. Somit treten noch sieben Duos und ein Einzelkandidat gegeneinander an.

Die Suche nach einem neuen Vorsitz war nötig geworden, nachdem Andrea Nahles im Juni vom Partei- und Fraktionsvorsitz zurückgetreten war. Kommissarisch übernahmen Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel den Parteivorsitz.

Mit Spannung wurde das Abschneiden der Favoriten erwartet. Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz tritt gemeinsam mit der Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz an. „Wir Sozialdemokraten müssen darauf bestehen, dass alle gleich viel wert sind“, sagte Scholz. Auch andere Kandidaten riefen dazu auf, die SPD wieder stärker als Partei der sozialen Gerechtigkeit und der sozialen Sicherheit erkennbar werden zu lassen.

Walter-Borjans, der sich als nordrhein-westfälischer Finanzminister mit dem Ankauf sogenannter Steuer-CDs einen Namen gemacht hat, sprach sich für mehr Glaubwürdigkeit für die SPD aus. Die Partei habe den Kontakt zu den Menschen ein Stück weit verloren.

Für den Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach ist das Rennen „eine Richtungswahl“. Er sagte: „Im Prinzip steht ja die Frage im Raum: Geht die große Koalition weiter, ja oder nein?“ Er tritt für einen Austritt aus dem Regierungsbündnis ein.

Auf die insgesamt 23 Regionalkonferenzen folgt eine Mitgliederbefragung online und per Brief. Erhält niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichabstimmung. Das Ergebnis soll von den Delegierten des SPD-Parteitags Anfang Dezember in Berlin bestätigt werden.

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