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DIHK schlägt Alarm: Bei Unternehmen „brennt die Hütte“ wegen hoher Energiepreise

Konjunkturumfrage bei 28.000 Firmen : DIHK schlägt Alarm: Bei vielen Unternehmen „brennt die Hütte“ wegen hoher Energiepreise

Lieferengpässe, hohe Energie- und Rohstoffpreise, Mangel an Fachkräften: Diese drei Faktoren machen vielen Unternehmen in Deutschland zunehmend zu schaffen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Konjunkturprognose daher deutlich gesenkt.

Zwar sei die wirtschaftliche Lage nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder besser, die Aussichten aber seien enttäuschend, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Donnerstag in Berlin. Firmen kämen zunehmend in die Klemme zwischen garantierten Preisen für Kunden und gestiegenen Rohstoffpreisen. Firmen, die eigentlich wieder Vollgas geben wollten, seien jetzt in eine unvorhergesehene Lage geraten. Er habe ein wenig Angst davor, dass die Stimmung besser werde als die tatsächliche Lage, sagte Wansleben. Das müsse bei den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP eine Rolle spielen.

Nach der neuen DIHK-Konjunkturumfrage unter rund 28.000 Firmen liegt der Anteil der Unternehmen, die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko angeben, in der Industrie, im Handel und im Bau auf einem Allzeithoch. Beim Fachkräftemangel liege der Anteil in allen Wirtschaftszweigen nur knapp unterhalb des Höchststands.

Die „Hütte“ brenne bei vielen Firmen aus unterschiedlichen Gründen, sagte Wansleben. Mit Blick auf weltweite Lieferengpässe verglich er die derzeitige Lage mit dem „Staueffekt“ auf der Autobahn: Wenn ein Auto vorne bremse, müsse der zehnte Wagen dahinter stehen bleiben. Das sei exakt dass, was gerade bei internationalen Lieferketten passiere. Angebot und Nachfrage kämen nicht zueinander. Dies könne sich bis ins Frühjahr hinziehen. Firmen kämen an die Grenze der Überforderung, was sie finanzieren und managen könnten.

Zwar schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage deutlich besser ein als noch im Frühsommer, und die finanzielle Lage habe sich erholt. Allerdings seien die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate niedriger, als es für einen nachhaltigen Aufholprozess notwendig wäre.

Wie zuvor führende Wirtschaftsforschungsinstitute und die Bundesregierung senkte auch der DIHK seine Wachstumserwartungen für 2021 auf 2,3 Prozent statt bisher 3,0 Prozent. Für das kommende Jahr erwartet der DIHK ein Wachstum von nur noch 3,6 Prozent, davon entfielen aber 1,6 Prozentpunkte auf statistische Effekte. Die Institute hatten dagegen vor zwei Wochen noch ein Wachstum für 2022 von fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr vorausgesagt.

Der Fachkräftemangel macht laut Umfrage vor allem Branchen wie dem Bau oder dem Gastgewerbe zu schaffen. Wansleben sagte, am Ende führe kein Weg an einer aktiven Zuwanderung aus dem außereuropäischen Ausland vorbei. Er verwies auf eine Zahl der Bundesagentur für Arbeit von 400.000 Fachkräften pro Jahr, die zuwandern müssten.

(dpa/rtr/mar)