Die unrühmliche Rolle der SPD bei der Personalie von der Leyen

Personalie von der Leyen : Die unrühmliche Rolle der SPD

Die Situation ist verfahren. Ursula von der Leyen wird von Teilen des Europäischen Parlamentes als Kandidatin der Staats- und Regierungschefs verurteilt und somit als Vertreterin des Kreises, der angeblich das Spitzenkandidaten-Modell zumindest ausgehebelt, wenn nicht gar zu Grabe getragen hat.

Dabei nehmen ausgerechnet die 16 deutschen Sozialdemokraten eine unrühmliche Rolle ein. Sie klammern sich an die Vorstellung, dass ihr Traumprinz Frans Timmermans nur am Widerstand der östlichen Staaten gescheitert ist, gegen die er wegen Demokratie-Defiziten Verfahren eingeleitet hatte. Dass der Niederländer von sehr viel mehr Staatenlenkern abgelehnt wurde, wird ausgeblendet. Und so reden ausgerechnet jene Sozialdemokraten, die in Berlin Partner der Unionsparteien in einer großen Koalition sind, eine deutsche Ministerin in Grund und Boden. Dabei ist von der Leyen nicht nur keine Gegnerin des Spitzenkandidaten-Modells, sondern möglicherweise dessen Garantin. Weil sie unvorbelastet dafür eintreten kann, dieses Element dauer­haft in der EU zu verankern.

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