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Die CDU wählt am Samstag einen neuen Parteivorsitzenden

CDU wählt neuen Parteivorsitzenden : So werden der neue Parteichef und seine Stellvertreter gewählt

Wer auf dem digitalen Parteitag der CDU an diesem Wochenende von den 1001 zugeschalteten Delegierten zum neuen Vorsitzenden gewählt wird, ist die eine spannende Frage. Nach Informationen unserer Redaktion wurde hinter den Kulissen bis zum Schluss um die Posten der fünf Stellvertreter gerangelt.

Es gab Druck auf die drei Aspiranten, bei einer Niederlage dann nicht für den Vize-Job zu kandidieren. Noch ein Grund, warum der an diesem Freitag um 18 Uhr beginnende Konvent besonders reizvoll wird.

Beim 33. Parteitag der CDU werden die drei Kandidaten am Samstagmorgen nacheinander 15 Minuten lang in der Berliner Messe ins digitale Nirwana sprechen. Jeder steht allein auf der Bühne, ausgeleuchtet von 250 Scheinwerfern, im Visier von sieben Kameras, beobachtet von 28 Crew-Mitgliedern, die für einen technisch reibungslosen Ablauf sorgen sollen. Alle vorher auf Corona getestet. Die Delegierten verfolgen die Auftritte an ihren PCs und Laptops daheim oder in den CDU-Büros vor Ort. 349 Frauen, 652 Männer. Auch wenn es heißt, die Kandidaten hätten ihren Auftritt ohne Publikum geübt, so ist dies doch etwas völlig anderes, als direkt vor einer Menge zu sprechen, auf deren Stimmungslage man eingehen kann.

Den Auftakt macht an diesem Freitagabend Kramp-Karrenbauer mit ihrer letzten Rede als Vorsitzende. Gewählt wird dann am Samstag komplett digital. Kann keiner der drei Bewerber im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinen, gehen die beiden Best-Platzierten in eine Stichwahl. Danach steht der Sieger fest. Um das Prozedere jedoch rechtssicher zu machen, werden die Delegierten den Namen noch einmal per speziell gesichertem Brief bestätigen müssen. In der CDU geht man fest davon aus, dass dies reibungslos verläuft. Das Ergebnis der Briefwahl soll am 22. Januar offiziell verkündet werden. Keiner der Kandidaten will das Verfahren torpedieren, sollte der Frust über eine Niederlage auch noch so groß sein. Der gesamte Bundesvorstand wird ebenfalls digital gewählt. Jede einzelne Wahl muss dann desgleichen per Brief bestätigt werden.

Für die fünf Vizeposten treten an: Gesundheitsminister Jens Spahn, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Julia Klöckner. Außerdem der baden-württembergische Landeschef Thomas Strobl sowie die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Silvia Breher. Nach Informationen unserer Redaktion wurden die drei Bewerber für das Amt des CDU-Chefs aus den Landesverbänden gedrängt, bei einer Niederlage nicht einen Stellvertreter-Job anzustreben. Das sollen sie zugesichert haben. Hintergrund ist demnach, dass Laschet (derzeit noch Parteivize), Merz und Röttgen aus Nordrhein-Westfalen kommen, ebenso wie Spahn. „Es können nicht alle wichtigen Posten mit Spitzenpolitikern aus NRW besetzt werden“, soll den Bewerbern signalisiert worden sein. Zumal auch Fraktionschef Ralph Brinkhaus ein NRW-Mann ist. Gleichwohl könnte sich bei der Besetzung der Vizes noch etwas bewegen. Aus der Parteispitze verlautete es, nicht auszuschließen sei, dass der neue Vorsitzende sein „Machtzentrum“ dann doch anders gestalten wolle.