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Corona: Nur wenige Menschen verstoßen am Wochenende gegen Kontaktverbot

Corona-Schutzregeln : Nur wenige verstoßen gegen Kontaktverbot

Trotz Traumwetter halten die Saarländer und die übrigen Deutschen meist die Corona-Regeln ein.

Die Sonne lacht, bestes Frühlingswetter: viele Motorräder, schleichende Cabrios mit offenem Verdeck sowie Fahrzeuge aus dem gesamten Saarland haben sich am Sonntag in Richtung Bostalsee aufgemacht. Für einige von ihnen endete die Tour vor den Sperrgittern des völlig für den Ausflugsverkehr abgeriegelten Bostalsees. Der Landkreis St. Wendel und die Gemeinde haben den touristischen Hotspot zur Einhaltung der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis zum 20. April gesperrt. Das Areal wird von der Polizeiinspektion Nordsaarland und der Nohfelder Ortspolizeibehörde kontrolliert.

„Die komplette Sperrung der Parkplätze hat sich bewährt, sonst hätten wir alles voll mit auswärtigen Autos“, meint Hubertus Wilhelm von der Nohfelder Ortspolizeibehörde nach dem Kontrollgang am Sonntagmittag. Gegen 14 Uhr fährt die Polizei zur Inspektion bis an die Seepromenade vor. Etwa 40 Menschen zu Fuß oder im Fahrradsattel sind demnach zu dieser Zeit auf dem Seerundweg unterwegs. Die Streife stellt fest, dass die Menschen den Mindestabstand einhalten und steuern einen weiteren Kontrollpunkt an. „Die Leute, die unterwegs sind, halten sich an die Vorgaben“, bestätigt auch Ortspolizist Hubertus Kuhn – ein Bild, das sich seinen Kollegen auch anderswo im Saarland und wohl an den meisten Orten in Deutschland bot.

So kam es am Sonntag im Saarland denn auch kaum zu Verstößen gegen die wegen der Corona-Krise verhängten Auflagen. Im gesamten Land seien bis 14.30 Uhr vier Ordnungswidrigkeiten gezählt worden, berichtete ein Polizeisprecher. Darunter waren zwei unerlaubte Ansammlungen im öffentlichen Bereich und eine private Zusammenkunft. In einem Fall hätten Unbekannte eine Absperrung an einem derzeit gesperrten Grenzübergang weggeschoben. Am Samstagabend habe es eine Reihe unerlaubter Grilltreffen gegeben. Insgesamt hielten sich die Verstöße der Polizei zufolge aber auch am Samstag in Grenzen.

Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) und Landespolizeipräsident Norbert Rupp gingen am Sonntag am Saarbrücker Staden mit auf Streife. Im Anschluss lobten sie die „Vernuft und gezeigte Solidarität“ der Bevölkerung. Zuvor hatte der Minister angedroht: „Der geringste Verstoß kostet sofort viel Geld.“ Mit mindestens 200 Euro Bußgeld muss rechnen, wer sich nicht an die Kontaktbeschränkungen hält. Man habe angesichts der vielen Toten und der Gefährdungslage keine Zeit zu diskutieren, sagte Bouillon am Freitag. Jeder müsse wissen, was er darf und was er nicht darf.

Mut macht in dieser Hinsicht auch das positive Wochenendfazit der Polizei in anderen Bundesländern: So seien etwa die Menschen in Brandenburg „ganz pragmatisch und nüchtern mit den Regeln der Landesregierung“ umgegangen, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Beamten in Rheinland-Pfalz registrierten nur vereinzelt Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen – etwa durch unerlaubte Ansammlungen. In Thüringen erwartet mehrere Jugendliche ein Bußgeld von 200 Euro, weil sie sich verbotenerweise zu zehnt getroffen hatten.

Die Menschen in Bayern hielten sich am Wochenende nach Polizeiangaben ebenfalls weitgehend an die Ausgangsbeschränkungen. Die Polizei in München registrierte zwischen Samstag- und Sonntagmorgen bei gut 9000 Kontrollen etwas mehr als 370 Verstöße. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) appellierte an die Bürger: „Bitte auf die Regeln achten.“

Am Montag will das Corona-Krisenkabinett voraussichtlich eine Bilanz ziehen, wie die Bürger am Wochenende die Beschränkungen eingehalten haben. Eine Pressekonferenz, bei der die saarländische Landesregierung eine Zwischenbilanz zu den bisher getroffenen Maßnahmen in der Corona-Pandemie vorlegen möchte, wurde dagegen am Wochenende von Montag auf Mittwoch verschoben.

Dabei blicken Politiker aber vor allem nervös auf die Osterwoche, in der besonders viele Menschen frei haben und ebenfalls Traumwetter vorhergesagt ist. „Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage – so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an die Bürger, die Beschränkungen einzuhalten. „Wir alle werden eine ganz andere Osterzeit erleben als je zuvor“, sagte sie.