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Bundestag will die Faxgeräte abschaffen

Technischer Wandel : Im Bundestag hat es sich bald ausgefaxt

Der Parlamentsbetrieb will offenbar jetzt gänzlich ins digitale Zeitalter aufbrechen und Faxgeräte abschaffen. Spott lässt nicht lange auf sich warten.

Es hat sich ausgefaxt im Parlament: Der Bundestag will offenbar jetzt gänzlich ins digitale Zeitalter aufbrechen. Nach Informationen unserer Redaktion sollen ab kommender Legislaturperiode die Faxgeräte komplett abgeschafft werden. Darauf drängen Abgeordnete schon länger.

Der Beschluss wurde am Donnerstag in der Sitzung des Ältestenrates gefasst. Vor allem junge Parlamentarier hatten sich zu Beginn der Legislaturperiode vor vier Jahren darüber gewundert, wie häufig im Bundestag noch gefaxt statt gemailt wird. So meinte beispielweise seinerzeit FDP-Youngster Roman Müller-Böhm auf Nachfrage: „Faxen musste ich bis dahin noch nie.“

Auf Twitter las man am Donnerstag bereits spöttische Reaktionen. So witzelte der Parlamentsgeschäftsführer der Linken, Jan Korte: „Das wird eine krasse Umstellung.“ Kortes Parteifreundin Cornelia Möhring frotzelte: „Oh je, ich hatte gerade gelernt, damit umzugehen.“ Faxgeräte sind im politischen Betrieb freilich nach wie vor nichts Ungewöhnliches. Ende letzten Jahres antwortete die Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion, dass insgesamt noch 900 im regierungsamtlichen Einsatz seien.

Vor allem, um geheime Verschlusssachen zu versenden, so das Innenministerium. Die Top-Faxer waren demnach das Auswärtiges Amt mit 200 Geräten, das Finanzministerium mit 130 und das Arbeitsministerium mit 135. Im Kanzleramt gibt es nur wenige Faxgeräte. Dafür aber immer noch eine Rohrpost.