AKK nach Parteitag: Sind für einen Wahlkampf gut aufgestellt

Kostenpflichtiger Inhalt: Interview mit Kramp-Karrenbauer : „Wir sind für einen Wahlkampf gut aufgestellt“

Die CDU-Chefin zeigt sich vollauf zufrieden mit dem Leipziger Parteitag – und selbstbewusst angesichts der nahenden SPD-Entscheidung über die Groko.

Nach dem Parteitag der Union fühlt sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gestärkt. Sollte die SPD die Koalition im Dezember platzen lassen, sei die CDU vorbereitet.

Frau Kramp-Karrenbauer, sind Sie nach dem Parteitag erleichtert?

KRAMP-KARRENBAUER Ja. Ich bin zufrieden nach diesem Parteitag und fühle mich unterstützt. Ich konnte meine Ziele deutlich machen und den Weg, wie ich sie erreichen möchte. Es ist alles so gelaufen, wie ich mir das erhofft habe.

Sie haben die Vertrauensfrage gestellt. Wie oft kann man das als Parteivorsitzende machen?

KRAMP-KARRENBAUER Ich habe die CDU gefragt, ob sie den Weg hin zu einer starken Mitte gemeinsam mit mir gehen will. Die Partei hat darauf klar geantwortet. Für mich ist das eine gute Grundlage für die nächsten Monate.

Eine solche Frage kann man eigentlich nur einmal stellen.

KRAMP-KARRENBAUER Mir ging es darum, dass klar wird, wir als CDU sind die führende Kraft in Deutschland. Wir starten eine programmatische Erneuerung der Partei. Und wir verbreitern uns personell und verbessern uns organisatorisch. Das war mein Angebot an die Partei. Dieses Angebot hat sie in Leipzig angenommen. Für mich persönlich ist das eine gute Arbeitsgrundlage für das nächsten Jahr.

Hat die Union nach wie vor mehrere Kanzlerkandidaten – oder jetzt nur noch Sie?

KRAMP-KARRENBAUER Wir haben viele starke Köpfe in der Union. Mehr als in anderen Parteien. Das zeigt unsere Qualität als Volkspartei. Ich habe immer gesagt, ich will Vorsitzende einer Partei sein mit starken Köpfen neben mir. Ich will, dass alle mitmachen. Denn wir werden jeden brauchen, um die bestimmende Kraft der Mitte bleiben zu können.

Friedrich Merz hat nicht den Eindruck hinterlassen, dass er in der K-Frage locker lassen will. Beunruhigt Sie das?

KRAMP-KARRENBAUER Ich bin mit Friedrich Merz in einem sehr konstruktiven Austausch. Er hat mich unterstützt bei der Suche nach einer Lösung für die Grundrente. Insofern habe ich ein sehr entspanntes Verhältnis zu Friedrich. Er zu mir auch.

Fühlen Sie sich nun sicherer nach dem Parteitag?

KRAMP-KARRENBAUER Es war ein Arbeitsparteitag. Das habe ich mir so gewünscht. Wir sind programmatisch gut vorangekommen. Der weitreichende Digitalantrag wird seine Wirkung jetzt entfalten. Wir haben es geschafft, im Bereich Landwirtschaft und Naturschutz einen vernünftigen Ausgleich zu finden. Und vieles mehr. Das ist ein gutes Gefühl.

Wie lange werden Sie jetzt Ruhe haben vor Ihren Kritikern?

KRAMP-KARRENBAUER Ruhe im Sinne von nichts zu arbeiten habe ich sowieso nicht. Wichtige Projekte müssen jetzt finalisiert werden. Da denke ich zum Beispiel an das Klimapaket und den Kohleausstieg. Wir müssen allerdings abwarten, was bei der SPD passiert.

Sie haben in Ihrer Rede Koalitionstreue gezeigt. Erwarten Sie das auch von der SPD?

KRAMP-KARRENBAUER Es bleibt dabei: Wir wollen Verantwortung tragen in dieser Koalition. Es gibt für uns keinen Grund, den Koalitionsvertrag neu zu verhandeln. Er ist die Grundlage, auf der wir weiterarbeiten. Ob die SPD das auch so will, muss sie entscheiden.

Stellen Sie sich insgeheim schon auf einen Wahlkampf nach dem SPD-Parteitag im Dezember ein?

KRAMP-KARRENBAUER Wenn es nach mir geht, dann nicht. Aber als Parteichefin muss ich mich auf alle möglichen Szenarien einstellen. Die CDU ist auch für einen Wahlkampf gut aufgestellt.

Vor dem Parteitag haben Sie Fehler eingeräumt. Deswegen: Wird man Sie im Februar wieder als Putzfrau auf der Karnevalsbühne sehen?

KRAMP-KARRENBAUER 2020 wird das wegen der Terminlage aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gehen.

Wenn Sie Zeit hätten, würden Sie auftreten – trotz der Kritik daran?

KRAMP-KARRENBAUER Ich bin und bleibe vom Herzen her eine Karnevalistin.