AfD gerät nach Strache-Skandal ins Feuer der Kritik

Merz: „Kein Koalitionspartner für bürgerliche Parteien“ : AfD gerät nach Strache-Skandal ins Feuer der Kritik

Die Affäre um den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat in Deutschland eine Debatte über die AfD ausgelöst. Sie ist mit der FPÖ eng befreundet. Politiker aus Koalition und Opposition warnten, den Rechtspopulisten bei der Europawahl die Stimme zu geben.Der CDU-Politiker Friedrich Merz sagte zu den Enthüllungen, dies bestätige seine Einschätzung „derartiger Parteien“.

Mit Blick auf Deutschland stellte er klar: „Die AfD ist kein Koalitionspartner für irgendeine bürgerliche Partei.“ CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wies darauf hin, dass die AfD „quasi die Schwesterorganisation dieser Leute ist, die jetzt aufgeflogen sind“. Es gebe auch bei der AfD Hinweise auf „russische Einflussnahme“. Vor wachsendem russischen Einfluss auf rechte Kräfte in der EU warnte auch der Spitzenkandidat der konservativen EVP für die Europawahl, Manfred Weber.

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg zog ebenfalls Parallelen zwischen FPÖ und AfD. „Der falsche Patriotismus, den viele Rechtspopulisten vor sich hertragen, ist hier erstmals in voller Schäbigkeit entlarvt worden“, sagte sie. Dies müsse auch für Deutschland „eine deutliche Mahnung“ sein. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte dringend Aufklärung darüber, „inwieweit auch die AfD in solche dubiosen Deals und illegale Geldflüsse verwickelt ist“.

Der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold sprach Strache eine Opferrolle ab. „Opfer ist nicht die FPÖ, sondern ihre Wähler und die Demokratie insgesamt.“

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