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Ärzte im Saarland schlagen wegen Corona Alarm: Schutzmasken-Vorräte werden knapp

Ärzte-Gewerkschaft schlägt Alarm : Schutzmasken-Vorräte im Saarland bald erschöpft

Schon in den nächsten Tagen sind die Vorräte an Schutzmaterialien in vielen Kliniken im Saarland erschöpft. Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund ist besorgt und ruft die Landesregierung zum Handeln auf. Denn auch die 100 000 bestellten Masken der KV reichten nicht aus.

Angesichts des eklatanten Mangels an Schutzausrüstung in Kliniken und Praxen ruft die Ärztegewerkschaft Marburger Bund im Saarland die Landesregierung dazu auf, schnellstmöglich alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Lieferengpässe bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen zu überwinden. „Wenn wir hier Infektionen nicht verhindern, droht in den Kliniken der Kollaps, weil dann noch viel mehr Risikopatienten in den Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt werden müssen“, sagte der Landesvorsitzende des Marburger Bunds, Gregg Frost, am Freitag (27.)

Seit einigen Wochen sei bekannt, dass Schutzausrüstung in Kliniken und Praxen immer knapper würden. „In den nächsten Tagen werden in vielen Kliniken, in Praxen, aber auch im Rettungsdienst die Bestände an Schutzausrüstung erschöpft sein. In einigen Kliniken und Praxen ist dies bereits der Fall“, sagte Frost. Dies gefährde Patienten, Ärzte, Pfleger und Fachkräfte. Auch die von der Kassenärztlichen Vereinigung des Saarlandes (KV) georderten 100 000 Schutzmasken, die am Montag eintreffen sollen, reichten bei Weitem nicht aus.

Der erste Vorsitzende des Marburger Bunds im Saarland, Gregg Frost. Foto: aeksaar / Simon

Insbesondere zertifizierte Schutzmasken könnten bald in den Kliniken sogar für die Mitarbeiter der intensivmedizinischen Bereiche fehlen. Dort würden die schweren Covid-19-Fälle behandelt, die lebensbedrohlich verlaufen können. Es sei nicht hinnehmbar, wenn sich durch den Mangel an Schutzausrüstung Ärzte und Pflegekräfte infizierten. „Wenn dieser Zustand nicht schnellstmöglich geändert wird, sind personelle Ressourcen an einer in der Corona-Krise strategisch bedeutsamen Stelle erheblich in Gefahr“, betonte Frost.

Darüber hinaus fehle in der stationären und ambulanten Pflege, insbesondere in der Altenpflege und Betreuung von Menschen mit Behinderungen, teilweise jegliche Schutzausrüstung für die Beschäftigten. Hier seien Betreute und Beschäftigte gleichermaßen gefährdet. Auch in diesen Bereichen brauche es dringend zertifizierte Schutzmasken.