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Humanitäre Krise in Libyen spitzt sich zu

Humanitäre Krise in Libyen spitzt sich zu

Bengasi. In der von Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi belagerten Rebellenhochburg Misurata sind nach wie vor tausende Ausländer von schweren Kämpfen eingeschlossen. Auch viele Einwohner wollen fliehen. Die Versorgungslage spitzt sich trotz Hilfslieferungen über das Meer zu

Bengasi. In der von Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi belagerten Rebellenhochburg Misurata sind nach wie vor tausende Ausländer von schweren Kämpfen eingeschlossen. Auch viele Einwohner wollen fliehen. Die Versorgungslage spitzt sich trotz Hilfslieferungen über das Meer zu. Dennoch will das Gaddafi-Regime den Vereinten Nationen keine Sicherheitsgarantien für Hilfstransporte über Land nach Misurata und andere umkämpfte Städte geben. "Wir haben Zusicherungen erhalten, dass wir ein Büro in Tripolis eröffnen können, aber keine Garantien für die Eröffnung eines humanitären Korridors, um den Menschen in Misurata zu helfen", sagte die UN-Nothilfe-Koordinatorin Valerie Amos. Sie hatte am Tag zuvor Gespräche mit der libyschen Führung in Tripolis geführt.Trotz wachsender Probleme der Gaddafi-Gegner ist eine Invasion oder Besetzung Libyens nach Worten des britischen Premierministers David Cameron weiterhin kein Thema. "Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir zu den Bedingungen der Resolution des UN-Sicherheitsrates stehen müssen", sagte er. Er räumte allerdings ein, dass die Bedingung, keine Bodentruppen einzusetzen, den Einsatz erschwere. Die Alliierten müssten nun überprüfen, wie Zivilisten noch besser geschützt werden könnten.

Die Truppen Gaddafis setzten gestern den Raketenbeschuss von Misurata unvermindert fort. Die Stadt 210 Kilometer östlich von Tripolis wird seit sieben Wochen von den Regierungssoldaten belagert. Die humanitäre Lage gilt als kritisch, obwohl es zuletzt gelang, mit Schiffen Hilfslieferungen in den Hafen zu bringen.

Die Aufständischen widersprachen auch Berichten, wonach sie von Katar und anderen Staaten der Anti-Gaddafi-Allianz schwere Waffen erhalten haben sollen. "Was hier bei uns ankam, war nur zu Vorführungszwecken und ist nicht einmal funktionstüchtig", sagte der Militärsprecher der Aufständischen, Ahmed al-Bani.

Unter den Aufständischen wächst zwei Monate nach Beginn des Aufstandes gegen Gaddafi die Enttäuschung darüber, dass die Nato-geführte Allianz den Rebellen nicht Waffen und Ausbilder schickt. Außerdem sind viele der Aufständischen der Meinung, die Nato müsste die Regierungstruppen mit Luftangriffen so weit bedrängen, dass diese die Belagerung Misuratas beenden. dpa