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Hochrechnung zur Europawahl 2019 in Deutschland: Union vorne, Grüne stark

Stand: 22.55 Uhr : Aktuelle Hochrechnung zur Europawahl – Union legt zu, Grüne zweitstärkste Kraft, SPD Verlierer des Abends

Die SPD muss erheblich einbüßen und verliert zweistellig. Die Grünen freuen sich über ein „sensationelles Ergebnis“.

Die aktualisierte Hochrechnung von infratest Dimap, veröffentlicht von der ARD um 21.53 Uhr (in Prozent, dahinter: Sitze für Deutschland im Europaparlament).

CDU/CSU: 22,4/6,3 ->28,7 : 29 Sitze

SPD: 15,6 : 16 Sitze

Grüne: 20,7 : 21 Sitze

Linke: 5,4 : 5 Sitze

FDP: 5,4 : 5 Sitze

AfD: 10,8 : 11 Sitze

Freie Wähler: 2,1 : 2 Sitze

Piraten: 0,7 : 1 Sitz

Tierschutzpartei: 1,4 : 1 Sitze

NPD: 0,3

Familie: 0,7 : 1 Sitz

ÖDP:1,0 : 1 Sitz

Die Partei: 2,4 : 2 Sitze

Volt: 0,7 : 1 Sitz

Andere: 3,7

Sowohl die Unionsparteien wie auch die SPD haben bei der Europawahl historisch schlecht abgeschnitten. Die Gewinner des Abends sind die Grünen. Die Verluste der CDU betragen nach derzeitigem Stand 7,6 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl 2014. Die CSU konnte leicht zulegen (+1,0 Prozent).

Für die SPD ist der Wahltag bisher ein Fiasko. Die Sozialdemokraten stürten auf den Tiefstand von 15,6 Prozent ab, ein Rückgang von 11,7 Prozent im Vergleich zum letzten Urnengang in Europa. SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley hat das historisch schwache Ergebnis der Partei bei der Europawahl auch auf Defizite beim Thema Klimaschutz zurückgeführt. Barley sagte am Sonntag in Berlin zudem, sie sehe ihre Zukunft in Europa und werde ihr Amt als Bundesjustizministerin zur Verfügung stellen. Barley sagte: „Ich habe echt alles gegeben, was ich konnte, mehr ging nicht.“

„Sunday for future“ für die Grünen

Grund zum Jubel dagegen hatten die Grünen. Die Partei legte im zweitstelligen Bereich zu und hat mit derzeit 20,7 Prozent ihr Ergebnis fast verdoppelt (2014: 10,7 Prozent). Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner bewertet das bisher beste Ergebnis seiner Partei bei einer bundesweiten Wahl als Zeichen eines politischen Wandels in Deutschland.

Das starke Abschneiden der Grünen bei der Europawahl zeige, „wie sehr dieses Parteiensystem in Bewegung ist“, sagte Kellner am Sonntag nach dem Bekanntwerden erster Zahlen im ZDF. Man habe aus dieser Wahl einen „Sunday for Future“ gemacht, sagte Kellner in Anspielung auf die Schüler- und Studentenbewegung Fridays For Future, die sich für einen besseren Klimaschutz einsetzt. Es handele sich um ein „sensationelles Ergebnis“, bei den Grünen sei die Freude „wahnwitzig“ groß.

 Sven Giegold (l), Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, und Annalena Baerbock jubeln über das „sensationelle Ergebnis“.
Sven Giegold (l), Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, und Annalena Baerbock jubeln über das „sensationelle Ergebnis“. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Grünen-Landeschef Markus Tressel zu den Hochrechnungen, die seine Partei bei der Europawahl als zweitstärkste Kraft hinter der CDU sehen: „Das ist ein schöner Abend für uns, ein schönes Ergebnis. Es zeigt auch, dass es in der Gesellschaft einen Bewusstseinswandel gibt, dass unsere Themen, die wir jahrzehntelang vorangetrieben haben, die aber nie durchgedrungen sind zu den Menschen, jetzt angekommen sind.“

Linkspartei nicht zufrieden

Der Linke-Spitzenkandidat bei der Europawahl, Martin Schirdewan, hat sich enttäuscht über das Abschneiden seiner Partei geäußert. „Wir sind nicht zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte er am Sonntagabend im ZDF. Die Debatte um Klimaschutz und Klimawandel habe den Wahlkampf dominiert. Hierbei habe die Linke entscheidend an die Grünen verloren. Nun gelte es, im Europaparlament eine starke linke Fraktion zu bilden, die einem Rechtsruck Einhalt gebiete.