Hecken: Saarland profitiert von Gesundheitsfonds

Saarbrücken. Die Finanzkrise wird 2009 keine Folgen für die Leistungsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Das hat der für die Umsetzung des Gesundheitsfonds verantwortliche Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken (Foto: dpa), am Samstag bei einem Ärzte-Symposium des Herzzentrums Saar in Saarbrücken angekündigt

Saarbrücken. Die Finanzkrise wird 2009 keine Folgen für die Leistungsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Das hat der für die Umsetzung des Gesundheitsfonds verantwortliche Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken (Foto: dpa), am Samstag bei einem Ärzte-Symposium des Herzzentrums Saar in Saarbrücken angekündigt. Nach Angaben des früheren saarländischen Gesundheitsministers werden die Ausgaben bundesweit um elf Milliarden auf 166 Milliarden Euro steigen. Das entspricht einer Zunahme um 6,4 Prozent.

"Wir werden dafür sorgen, dass jeder Euro an die richtige Stelle kommt", sagte Hecken und kündigte verstärkte Diagnose-Kontrollen in Arztpraxen und Krankenhäusern an. Sollten die Kassen mit dem Geld nicht auskommen, müsse der Bundesfinanzminister das Defizit abdecken. Der Gesundheitsfonds habe aber keine Gelddruckmaschine, und Beitragsstabilität gepaart mit ständig besserer medizinischer Versorgung gebe es nicht.

Hecken bestätigte, dass bei 15,5 Prozent Beitragssatz zur Einführung des Gesundheitsfonds 60 Prozent der deutschen Versicherten mehr zahlen als bisher. Über den Risikoausgleich würden 2,5 Milliarden Euro verlagert. Demnach erhalte das Saarland mit seinen überproportional vielen alten und kranken Patienten nächstes Jahr 200 Millionen Euro mehr als bisher, während Länder mit relativ weniger Kranken wie Bayern oder Baden-Württemberg weniger Geld bekämen. Der neue Saar-Gesundheitsminister Gerhard Vigener (CDU) bestätigte: "Das Saarland wird vom Gesundheitsfonds profitieren. Der Fonds ist wesentlich besser als sein Ruf."

Der Präsident der Ärztekammer des Saarlandes, Franz Gadomski, wetterte dagegen: "Der Gesundheitsfonds ist ein weiterer Schritt in die Staatsmedizin und kein Förderprogramm für moderne Medizin." Der Fonds habe als "Geldsammelstelle" auch wenig Rückhalt bei den Patienten. Hecken konterte: "Der Gesundheitsfonds wird im kommenden Jahr funktionieren." Auch wenn er die am heftigsten umstrittene gesundheitspolitische Innovation sei. ulo

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