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Griechenland stellt sich auf Rückstau der Flüchtlinge ein

Griechenland stellt sich auf Rückstau der Flüchtlinge ein

Griechenland rechnet wegen der verschärften Grenzregelungen auf der Balkanroute mit einem Rückstau von zehntausenden Flüchtlingen. Athen gehe davon aus, dass im März zwischen 50 000 und 70 000 Menschen in Griechenland "festsitzen" werden, sagte der für Migrationsfragen zuständige Vize-Innenminister Ioannis Mouzalas gestern.Papst Franziskus rief die Europäer zu einer "gerechten Verteilung der Lasten" in der Flüchtlingskrise auf.

Er forderte eine "einmütige Antwort" der Europäer auf die Flüchtlingskrise. Die humanitäre Notlage erfordere die "Zusammenarbeit aller Nationen", unterstrich der Papst.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU ) hat Griechenland in der aktuellen Flüchtlingskrise Unterstützung zugesagt. "Dieses Land können wir doch jetzt nicht im Stich lassen", sagte Merkel gestern Abend in der ARD-Talkshow von Anne Will . Man habe das Land doch nicht im Euro gehalten, um es jetzt fallenzulassen. Merkel warnte angesichts der Flüchtlingsströme quer durch Europa vor nationalen Alleingängen mit Grenzschließungen und Obergrenzen. "Das ist genau das, wovor ich jetzt Angst habe, wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa", sagte Merkel.

Zur Zeit hielten sich "22 000 Flüchtlinge und Migranten" in Griechenland auf, sagte Mouzalas. 6500 Flüchtlinge saßen am Wochenende am Grenzposten Idomeni am Übergang nach Mazedonien fest. Mazedonien ließ am Samstag nur 300 Flüchtlinge durch, nachdem die Regierung in Skopje vergangene Woche eine restriktive Grenzregelung beschlossen hatte. Bislang war der Großteil der in Griechenland eintreffenden Flüchtlinge umgehend Richtung Nordwesteuropa weitergereist. Jetzt müssen sie mit immer mehr Hindernissen rechnen.