1. Nachrichten
  2. Politik

Gewitterstimmung in der Datenwolke

Gewitterstimmung in der Datenwolke

Mountain View/Berlin. Google heizt den Wettbewerb unter den Speicherdiensten an: Der Internet-Riese hat jetzt sein lange erwartetes Online-Laufwerk "Google Drive" eröffnet. Nutzer können darauf bis zu fünf Gigabyte (GB) Daten kostenlos ablegen, für eine größere Kapazität wird eine Monatsgebühr fällig

Mountain View/Berlin. Google heizt den Wettbewerb unter den Speicherdiensten an: Der Internet-Riese hat jetzt sein lange erwartetes Online-Laufwerk "Google Drive" eröffnet. Nutzer können darauf bis zu fünf Gigabyte (GB) Daten kostenlos ablegen, für eine größere Kapazität wird eine Monatsgebühr fällig. Google Drive ist mit anderen Anwendungen des Internet-Riesen eng verzahnt, etwa der Büro-Software "Docs" und dem sozialen Netzwerk "Google+". So sollen dort anfallende Dateien auf Google Drive abgespeichert werden können. In den nächsten Tagen soll die virtuelle Festplatte für Google-Nutzer nach und nach freigeschaltet werden.Die Datenwolke Google Drive ist im Browser über die Adresse drive.google.com erreichbar. Um den Dienst nutzen zu können, müssen Anwender zunächst ein kostenloses Google-Konto anlegen. Mit Google Drive setzt das Unternehmen auf Benutzerfreundlichkeit: Für Windows- und Mac-Rechner bietet Google etwa Programme an, die das Dateimanagement erleichtern. Zudem gibt es Anwendungen (Apps) für Smartphones und Tablet-PCs mit dem Betriebssystem Android. Eine Version für Apple-Geräte solle bald folgen, erklärt Manager Sundar Pichai.

Eine zentrale Rolle soll der Dienst auch beim Google-Betriebssystem "Chrome OS" spielen, das Dateien und Programme aus dem Internet lädt und dort speichert. Google Drive werde in der neuen Generation der Chromebooks - also Notebooks mit Chrome OS - fest integriert, kündigt Pichai an. Bereits jetzt verkaufte Geräte mit dem System sollen entsprechende Updates erhalten.

Der Internet-Riese ist mit seiner Datenwolke Google Drive spät dran und sieht sich mit großer Konkurrenz wie Microsofts Dienst "SkyDrive" (windowslive.de/skydrive) oder "Dropbox"(dropbox.com) konfrontiert. Auch die Wettbewerber bieten kostenlosen Speicherplatz an. Bei Dropbox sind es zwei GB, bei SkyDrive sogar sieben. Wer bei Google 25 GB Platz haben möchte, muss monatlich 1,90 Euro zahlen, für 100 GB werden 3,80 Euro fällig. Zum Vergleich schlagen 50 GB bei Dropbox mit 7,60 Euro zu Buche, 100 GB gibt es für 15,15 Euro.

Im Zuge der Einführung von Google Drive hat die Konkurrenz außerdem bei der Funktionsvielfalt ihrer Dienste nachgelegt. So können SkyDrive-Nutzer zur Verwaltung der Dateien ab sofort Verwaltungsprogramme für Windows- und Mac-Computer herunterladen. Auch über Apps für iPad, iPhone und Smartphones mit "Windows Phone" können Nutzer ihre Dateien verwalten. Zudem soll der Dienst in das kommende Betriebssystem Windows 8 integriert werden. Auch Dropbox bietet eine eigene Verwaltungssoftware für mobile Geräte und Computer an.

drive.google.com

dropbox.com

windowslive.de/skydrive