Georgien: Russland will kooperieren

Berlin/Tiflis. Unmittelbar vor den schwierigsten deutsch-russischen Regierungskonsultationen der vergangenen Jahre, die am Donnerstag in St. Petersburg beginnen, hat Russland im Georgien-Konflikt Kooperationsbereitschaft gezeigt. Am Mittwoch konnten EU-Beobachter ihre Überwachungsmission in den Pufferzonen zu Abchasien und Südossetien beginnen

Berlin/Tiflis. Unmittelbar vor den schwierigsten deutsch-russischen Regierungskonsultationen der vergangenen Jahre, die am Donnerstag in St. Petersburg beginnen, hat Russland im Georgien-Konflikt Kooperationsbereitschaft gezeigt. Am Mittwoch konnten EU-Beobachter ihre Überwachungsmission in den Pufferzonen zu Abchasien und Südossetien beginnen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew verteidigte den Krieg vor eineinhalb Monaten zwar noch einmal ausdrücklich. Aber der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Kotenjow, signalisierte den Willen Moskaus zum Dialog. Der auf ein Jahr angelegte Einsatz von 225 EU-Beobachtern, darunter etwa 40 Deutschen, wird vom deutschen Spitzendiplomaten Hansjörg Haber geleitet. Noch am Mittwochmorgen hatte es in Georgien Unstimmigkeiten zwischen der EU-Mission und den noch im Land stationierten russischen Truppen gegeben. Die Details für den Einsatz der unbewaffneten europäischen Experten müssten noch geklärt werden, sagte ein russischer Militärsprecher im Konfliktgebiet. Später konnten die EU-Konvois aber ungehindert in die Sicherheitszone vor Südossetien fahren, um die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens zu kontrollieren. Zunächst fuhren 20 EU-Beobachter in das Gebiet.Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit Medwedew über die gesamte Bandbreite der außenpolitischen Themen, aber auch speziell über den Georgien-Konflikt sprechen, hieß es in Berlin. Doch das Klima ist belastet: So werden Kabinett und Wirtschaftsdelegation mit weniger Mitgliedern als noch vor zwei Jahren in Tomsk dabei sein. dpa