Gauck mahnt bei Saarland-Besuch offene Grenzen in Europa an

Gauck mahnt bei Saarland-Besuch offene Grenzen in Europa an

Bundespräsident Gauck hat 180 Diplomaten aus aller Welt das Saarland als ,,zukunftsorientierte" Region präsentiert. Das Land habe den Strukturwandel „angepackt“. Zugleich erkenne man hier den Wert offener Grenzen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich bei einem Besuch im Saarland für den Erhalt der Freizügigkeit in Europa stark gemacht. Gerade in einer Grenzregion sei für die Bürger der Vorteil offener Grenzen tagtäglich "konkret und positiv erfahrbar", sagte das Staatsoberhaupt gestern vor 180 Mitgliedern des Diplomatischen Corps in der Alten Völklinger Hütte, die er zu einer Tagesreise aus Berlin ins Saarland geladen hatte.

"Tatsächlich kann man nur an wenigen Orten den Sinn und die tiefe Verwurzelung der deutschen Europa-Politik so gut nachvollziehen wie hier", sagte Gauck weiter. Das Saarland sei "in vieler Hinsicht zu einem Beispiel für die Freundschaft" von Frankreich und Deutschland geworden. Der Präsident bezeichnete das Saarland als "eine Region im Wandel". Wohl kaum ein Bundesland habe "tiefere Brüche und Einschnitte erlebt". Dies zeige sich an der Alten Völklinger Hütte: Sie sei heute ein Museum. Das Saarland aber sei "alles andere als ein Museum", sondern habe den Strukturwandel "angepackt" und sei "zukunftsorientiert", sagte Gauck. Er erinnerte an die Besuche der Delegation bei der auf Automatisierungstechnik spezialisierten Firma Festo in St. Ingbert und im Saarbrücker Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Sie hatten den Auftakt der Saarland-Reise gebildet. Die Kontinuität des Saarlandes sei "sein Erfindergeist", sagte Gauck.

Gegenüber den Diplomaten bekannte sich der Präsident auch zur internationalen Verantwortung Deutschlands. Die Europäer müssten ihr wirtschaftliches und politisches Gewicht "früher und gezielter zur Bewältigung globaler Herausforderungen einsetzen".

Der Besuch führte Gauck und seine Delegation am Nachmittag nach Mettlach. Auf einen Stopp beim Keramikhersteller Villeroy & Boch folgte bei Sonnenschein eine Bootsfahrt in der Saarschleife.

Am Abend gab Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU ) einen Empfang für die Gäste im Saarbrücker Schloss. Dabei betonte sie den Wert "eines freien und offenen Europas", wie es im Schengen-Abkommen festgelegt sei. Das wüssten gerade die Saarländer zu schätzen. "Wir werden alles daran setzen, dass es so bleiben kann", sagte die Ministerpräsidentin. >

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