1. Nachrichten
  2. Politik

Gasstreit entschärft: Ukraine begleicht Teil der Schulden

Gasstreit entschärft: Ukraine begleicht Teil der Schulden

Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine kann der von Moskau angedrohte Lieferstopp womöglich noch abgewendet werden. Der ukrainische Versorger Naftogas habe 786 Millionen US-Dollar zur Begleichung von Gasschulden überwiesen, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) am Freitag nach einem Treffen mit den Energieministern beider Länder in Berlin.

Das mache eine Lösung wahrscheinlicher. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte in Kiew, mit der Zahlung wolle man die Voraussetzung für eine mögliche Klage vor dem Schiedsgericht für Gaslieferungen in Stockholm schaffen. "Damit wir die entsprechende Klage einreichen können, haben wir jene Rechnungen beglichen, die unstrittig sind", sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Russland droht damit, der Ukraine am Dienstag den Gashahn zuzudrehen. Das Land beziffert die ukrainischen Gasschulden auf 5,2 Milliarden US-Dollar. Russland ist aber bereit, die Verhandlungen mit Kiew am Montagnachmittag in Brüssel fortzusetzen, wenn die 786 Millionen US-Dollar bis dahin auf einem Konto des Versorgers Gazprom eingegangen sind.

Unterdessen hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Kontakt zu weiteren vier Beobachtern in der Ostukraine verloren. Die Verbindung sei am Donnerstagabend gegen 19 Uhr abgebrochen, teilte die OSZE am Freitag mit. Das Team sei in der Stadt Sewerodonezk gestoppt worden, die etwa 100 Kilometer von Lugansk entfernt ist. Ein anderes Team mit vier Beobachtern wird in der Ostukraine bereits seit dem 26. Mai vermisst.

Der neugewählte ukrainische Präsident Petro Poroschenko betonte derweil am Freitag, die Armee werde weiter mit aller Härte gegen die prorussischen Milizen vorgehen.