Kommentar: Frischer Wind hätte gutgetan

Kommentar : Frischer Wind hätte gutgetan

Im Nahen Osten nichts Neues. Nach 13 Jahren Netanjahu ist die Region immer noch so weit von der Zwei-Staaten-Lösung entfernt wie Israels Machthaber von der Einsicht, dass es besser wäre, endlich das Feld zu räumen.

Doch daran denkt er nicht. Vielmehr kündigt er in Putin-Manier die Annexion von Gebieten im Westjordanland an. Besatzungs-Business as usual. Aber wie lange noch?

Netanjahus Likud überlebt dank seiner noch wohlmeinenden rechten Freunde, ganz nebenbei droht ihm eine Anklage. Er verkörpert die tiefe Spaltung zwischen Arabern und Israelis, wird in die Geschichte eingehen als unbelehrbarer Wortführer einer pietät- und maßlosen Siedlungspolitik.

Im Hass-Schüren steht ihm die palästinensische Hamas in nichts nach. Vertan ist die Chance, ihr durch konstruktive Ansätze die Opferrolle zu vermiesen. Frischer Wind hätte Israel gutgetan. Stattdessen gibt’s Applaus von Brasiliens Bolsonaro und Italiens Salvini.