Freude erscheinteher unverständlich

Kommunalwahlen im Saarland · Freude erscheinteher unverständlichZum Ausgang und den Umständen der Kommunal- wahlen im Saarland (verschiedene SZ-Berichte) Mit Erstaunen und Unverständnis las ich in der SZ auf der Titelseite den Bericht über die Wahl der Oberbürgermeisterin in Saarbrücken. Auf dem Foto - wie immer an vorderster Stelle - Heiko Maas

 Die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) freute sich am 23. Oktober über ihre Wiederwahl. Das Thema Kommunalwahlen beschäftigt auch SZ-Leser. Foto: Iris Maurer

Die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) freute sich am 23. Oktober über ihre Wiederwahl. Das Thema Kommunalwahlen beschäftigt auch SZ-Leser. Foto: Iris Maurer

Freude erscheint

eher unverständlich

Zum Ausgang und den Umständen der Kommunal- wahlen im Saarland (verschiedene SZ-Berichte)

Mit Erstaunen und Unverständnis las ich in der SZ auf der Titelseite den Bericht über die Wahl der Oberbürgermeisterin in Saarbrücken. Auf dem Foto - wie immer an vorderster Stelle - Heiko Maas. Der SPD-Kandidat, der bei der letzten Landtagswahl das schlechteste Wahlergebnis eines SPD-Kandidaten überhaupt erzielt hat. Freudestrahlend mit erhobenem Daumen. Die Freude ist allerdings für mich unverständlich, denn die Wahlbeteiligung lag bei 35,1 Prozent. Von diesen 35,1 Prozent erhielt die Oberbürgermeisterin 57,5 Prozent. Weit mehr als die Hälfte der Wahlbeteiligten blieben der Wahl fern. Dies ist die Quittung dafür, dass ein Großteil der Politiker permanent am Willen des Bürgers vorbei regiert. Über ein solches Wahlergebnis sollte keine Freude aufkommen, sondern Trauer ist angesagt. Besser kann sich die Politikverdrossenheit des Bürgers nicht artikulieren.

Siegmar Trampert, Wadgassen

Eine Ohrfeige für die Rathausparteien

Gerade mal ein Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung in Saarbrücken macht von ihrem Wahlrecht Gebrauch, wenn es um die Wahl des Stadtoberhauptes geht. Wahrlich eine Niederlage für die Demokratie und eine schallende Ohrfeige für die Rathausparteien. Berücksichtigt man noch die ungültigen Stimmen, kommt Frau Britz bei 34 Prozent gültigen Stimmen auf eine Legitimation von 19 Prozent der wahlberechtigten Bürger. Man fragt sich besorgt nach den Ursachen und wohin das führt? Ein Grund scheint mir die mangelnde Bodenhaftung und Überheblichkeit der Parteien zu sein.

Hermann Rehse, Saarbrücken

Das war wohl eine

Punktlandung

Bravo, Frau Britz, ihren Wahlsieg nenne ich mal eine Punktlandung. Sie haben es mit einem fulminanten Wahlkampf fertig gebracht, 35 Prozent aller Saarbrücker Wahlberichtigten zu mobilisieren. Davon nochmals gigantische 57 Prozent für ihre SPD, das heißt von 175 000 Einwohnern haben ihnen 27 500 eine Legitimation zum Weiterwursteln erteilt. Sie sollten sich lieber mal Gedanken darüber machen, warum so viele Saarbrücker der Wahlurne fernblieben, anstatt mir das als tollen Wahlsieg zu verkaufen.

Hans Stumpf, Dudweiler

Ein neuer Weltrekord wurde aufgestellt

Nun hat es die Oberbürgermeisterin von Saarbrücken, Charlotte Britz (SPD), geschafft, mit 35 Prozent Wahlbeteiligung einen neuen Weltrekord aufzustellen. Während die Beteiligung bei den Bürgermeisterwahlen in Illingen über 60 Prozent lag, sucht Genosse Heiko Maas nach fadenscheinigen Ausreden. Liegt es daran, dass Frau Britz unbeliebt bei den Bürgern ist oder die Stadt Saarbrücken in der Bundesrepublik bezüglich der Verschuldung auf dem fünften Platz steht?

Klaus Blaes, Riegelsberg

Wenn ein Rohrbacher St. Ingbert regiert . . .

Hallo, pssst! Liebe St. Ingberter, ich möchte euch nicht aus dem Tiefschlaf wecken, aber jetzt schon drauf hinweisen: Wenn ihr alle wach seid, werden wir in St. Ingbert von einem Rohrbacher regiert. Und jetzt schlaft schön weiter, nach dem Aufwachen könnt ihr ja dann auf die Barrikaden gehen.

Michael Görg, St. Ingbert

Von den Tücken der Gesetzgebung

Die Bürgermeisterwahlen sind gelaufen und alle "gestandenen" Politiker beklagen die zu geringe Wahlbeteiligung. Gerade mal 30 Prozent oder etwas mehr der Wahlberechtigten beteiligt sich teilweise an solchen Urnengängen. Schuld ist nach Meinung der Politiker natürlich das gemeine Wahlvolk, das nicht begreifen will, welche Wohltaten die Damen und Herren Politiker über es ergießt. Ist das so? In der Wahlgesetzgebung wird geregelt, dass ein unabhängiger Kandidat einige hohe Hürden zu überwinden hat, um überhaupt kandidieren zu können. Das bewirkt, dass es nur noch "abhängige" Kandidaten gibt. Zum anderen schreibt das Wahlgesetz vor, dass ein Kandidat, der bei Amtsantritt das 65. Lebensjahr überschritten hat, nicht mehr kandidieren kann. Diese grundgesetzwidrige Regelung ist eine Diskriminierung eines großen Teils der Bevölkerung. Wer macht solche Gesetze? Nun, es sind die Versorgungsanstalten für Karrieremacher. Der Volksmund nennt sie Parteien.

Hans Stolz, Mandelbachtal

Es gab keinen "Königinnen-Mörder"

Wie die SZ berichtete, wird der Ortsvorsteher von Macherbach von Teilen der CDU als "Königinnen-Mörder" gescholten. Sieht man sich das Ergebnis der Wahl an, so kann ich eindeutig feststellen, das in Macherbach 62 Bürger Birgit Müller-Closset und 23 Bürger Gaby Schäfer wählten. Ziehe ich jetzt die 62 Stimmen vom Gesamtergebnis der SPD-Kandidatin ab, und zähle die Stimmen zu Gaby Schäfer dazu, bleiben immer noch 51,6 Prozent für Birgit Müller-Closset. Hier einen langjährigen Ortsvorsteher, der immer mit einer ganz großen Mehrheit die vergangenen Wahlen für sich entscheiden konnte, einen Königinnen-Mörder zu nennen, ist für mich eine Frechheit sondergleichen. Das grenzt schon an Rufmord. Man sollte das Wahlergebnis anerkennen und nicht öffentlich nachtreten.

Werner Müller, Eppelborn

Zauberwort heißt

Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung ist das Zauberwort für die Demokratie. Wenn die Bürger zu möglichst vielen Themen gefragt werden, können sie sich wesentlich mehr einbringen, als wenn sie nur zum "Wahlvieh" degradiert werden. Bürgerbeteiligung, ja bitte!

Sylvia Wöffler, Dudweiler

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