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Freie Wähler wollen 2013 in den Bundestag einziehen

Freie Wähler wollen 2013 in den Bundestag einziehen

Saarbrücken. Geht es nach dem Bundesvorsitzenden der Freien Wähler, dem Bayern Hubert Aiwanger (Foto: dpa), wird die politische Landschaft in Deutschland demnächst gehörig umgepflügt. "Wir wollen uns nicht mit den Grünen vergleichen", sagt Aiwanger, "aber deren historische Wirkung ist doch, festgefahrene Strukturen aufgebrochen zu haben

Saarbrücken. Geht es nach dem Bundesvorsitzenden der Freien Wähler, dem Bayern Hubert Aiwanger (Foto: dpa), wird die politische Landschaft in Deutschland demnächst gehörig umgepflügt. "Wir wollen uns nicht mit den Grünen vergleichen", sagt Aiwanger, "aber deren historische Wirkung ist doch, festgefahrene Strukturen aufgebrochen zu haben." Gut drei Jahrzehnte später ist genau das die Vision der Freien Wähler: "Wieder von unten her frischen Wind reinbringen in die Politik." Und zwar nicht länger bloß auf kommunaler Ebene, sondern in der Bundespolitik. Warum? "Es wäre unterlassene Hilfeleistung, wenn wir den anderen Parteien noch länger zuschauen, wie sie am Patienten Deutschland herumoperieren mit den falschen Werkzeugen", sagt der 40-Jährige, der gestern dabei war, als im Saarland die bundesweit zehnte Landesvereinigung mit dem Saarbrücker Bernd Richter an der Spitze gegründet wurde. Im Frühjahr will man Parteistrukturen in allen Ländern aufgebaut haben, um sich dann dem Ziel Bundestagswahl 2013 zu widmen. Aiwanger spricht von einer "wohlüberlegten Weiterentwicklung". Die Zeit "ist mehr als reif", findet Richter.Zwischen zehn und 15 Prozent trauen Experten den Freien Wählern zu, Aiwanger könnte auch damit leben, wenn es nicht im ersten Anlauf für den Bundestag reicht. Doch er sagt auch: "Die gegenwärtige Entwicklung spielt uns in die Hände: Die FDP bricht zusammen, die Union hat Magenkrämpfe, und Rot-Grün hat den Zenit erreicht." Zeit also, so Aiwanger, "aus der bürgerlichen Mitte heraus mit gesundem Menschenverstand" Politik zu machen. Die etablierten Parteien seien dazu nicht mehr in der Lage: "Die finden heutzutage automatisch die falschen Antworten, weil sie nicht mehr im Sinne der Bürger handeln, sondern Lobbyisten bedienen müssen." Zumindest in Bayern kommt Aiwangers "unabhängige, sachbezogene Politik" sehr gut an: Dort schafften die Freien Wähler vor drei Jahren stolze 10,2 Prozent. Ein Vorbild für Deutschland? tho