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FDP-Politikerin wirft Trump „Kamikaze-Aktion“ vor

„Lachender Dritter ist der russische Präsident“ : US-Truppenabzug: FDP-Politikerin wirft Trump „Kamikaze-Aktion“ vor

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat den Abzug von knapp 12 000 US-Soldaten aus Deutschland scharf kritisiert.

„Das ist erstmal eine persönliche Abrechnung eines Präsidenten. Das ist eine Kamikaze-Aktion“, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Hinweis auf US-Präsident Donald Trump. Er wolle Deutschland treffen, treffe aber die Nato insgesamt. Deshalb schlage es auch zurück auf die Amerikaner. Lachender Dritter sei der russische Präsident Wladimir Putin. „Der wird heute Nacht vor Freude kaum ins Bett gefunden haben“, sagte Strack-Zimmermann.

Die US-Regierung will fast 12 000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Betroffen sind Standorte in Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg. Trump hatte den im Grundsatz bereits im Juni angekündigten Teilabzug der US-Truppen mit aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Am Mittwoch warf er Berlin erneut vor, das Zwei-Prozent-Ziel der Nato seit Jahren zu verfehlen. „Deutschland ist säumig“, sagte Trump.

Strack-Zimmermann nannte es verständlich, dass die USA bei der Verteidigung mehr von Deutschland erwarteten. Gleichwohl sei die Bundeswehr zweitgrößter Truppensteller in der Nato. Das Verteidigungsbündnis sei ein „kostbares Gut“. Dieses werde nun konterkariert und kaputt gemacht vom US-Präsidenten. Strack-Zimmermann warf zudem Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor, er sei bei dem seit Wochen angekündigten Truppenabzug „in Deckung gegangen“.

(dpa)