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Extremisten in Syrien bringen UN-Blauhelme in ihre Gewalt

New York/Damaskus. Die Gewalt im syrischen Bürgerkrieg eskaliert immer mehr. Bewaffnete brachten gestern 43 UN-Blauhelmsoldaten an den Golanhöhen im Süden des Landes in ihre Gewalt. Laut arabischen Medienberichten soll es sich um Angehörige der radikal-islamischen Al-Nusra-Front handeln. dpa/afp

Die Soldaten wurden nach Angaben der Vereinten Nationen in der Nähe der Stadt Kuneitra überfallen. Dort habe es zuvor heftige Kämpfe zwischen der syrischen Armee und bewaffneten syrischen Oppositionsgruppen gegeben. Weitere 81 Soldaten der sogenannten Undof-Mission seien an ihren Standorten Ruwaihina und Al-Buraika eingekesselt. Undof wurde 1974 ins Leben gerufen, um den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien zu überwachen. Zu der Mission gehören derzeit rund 1200 Soldaten.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübte indessen im Nordosten Syriens ein Massaker an gefangenen syrischen Soldaten. Die Extremisten töteten mindestens 160 Angehörige der Armee, nachdem sie am Sonntag den strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka eingenommen hatten. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die meisten Opfer seien auf der Flucht von dem Flughafen in die Hände der Extremisten gefallen. Ein Video im Internet zeigte, wie Dutzende nur mit Unterhosen bekleidete Tote nebeneinander auf der Erde liegen. Der Leiter der syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, sprach von einem "Kriegsverbrechen". Ein Versuch der Armee, die Soldaten zu retten, sei gescheitert.