Erneut Hunderte Tote in Syrien - UN sieht "vollwertigen Bürgerkrieg"

Istanbul/Beirut. Das Blutvergießen in Syrien ist nach UN-Ansicht zu einem "vollwertigen Bürgerkrieg" eskaliert. Nach heftigen Kämpfen erklärten syrische Oppositionelle gestern Teile der Hauptstadt Damaskus zum "Katastrophengebiet". Der Außenbezirk Al Hadschar al-Aswad und ein Lager palästinensischer Flüchtlinge stünden unter Dauerbeschuss, hieß es

Istanbul/Beirut. Das Blutvergießen in Syrien ist nach UN-Ansicht zu einem "vollwertigen Bürgerkrieg" eskaliert. Nach heftigen Kämpfen erklärten syrische Oppositionelle gestern Teile der Hauptstadt Damaskus zum "Katastrophengebiet". Der Außenbezirk Al Hadschar al-Aswad und ein Lager palästinensischer Flüchtlinge stünden unter Dauerbeschuss, hieß es. Seit Wochenbeginn fielen nach Oppositionsangaben Hunderte Menschen dem Konflikt zum Opfer. Allein bei einem Luftangriff auf eine Tankstelle an der Grenze zur Türkei starben gestern mindestens 30 Menschen.Der UN-Syrienvermittler Lakhdar Brahimi, der am Wochenende Damaskus besucht hatte, bezeichnete die Situation als "vollwertigen Bürgerkrieg". In einem Interview sagte er, er glaube nicht daran, dass eine Seite gewinnen werde - weder jetzt noch zu einem späteren Zeitpunkt. Die Vereinten Nationen wollen bei ihrer anstehenden Vollversammlung über die Krise und mögliche Lösungswege beraten.

Syriens Minister für Versöhnung, Ali Haider, sagte gestern vor Journalisten in Damaskus, dass der Militäreinsatz "gute Fortschritte" mache. Er kündigte "handfeste Ergebnisse" innerhalb von einem Monat an. Präsident Baschar al-Assad sagte in einem Interview mit dem ägyptischen Magazin "Al-Ahram al-Arabi", Syrien werde nicht fallen und der Fall Libyen sich nicht wiederholen. In Libyen hatten die Rebellen nach einem langen Bürgerkrieg den Diktator Muammar al-Gaddafi schließlich mit der Hilfe von Lufteinsätzen westlicher Truppen gestürzt.

Unterdessen teilte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern mit, dass Flüchtlinge aus Syrien weiterhin nicht mit einer Abschiebung aus Deutschland in ihre Heimat rechnen müssen. Die Bundesländer hätten für weitere sechs Monate die Rückführung der Flüchtlinge ausgesetzt. dpa

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