Ermittler vereiteln Blutbad in Düsseldorf

Düsseldorf · Die Rheinmetropole Düsseldorf ist offenbar einem verheerenden Blutbad entgangen, das die Terrormiliz IS plante. Sicherheitsbehörden nahmen vier verdächtige Männer aus Syrien fest.

Die Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen geplanten Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat in der Düsseldorfer Altstadt vereitelt. Drei Terrorverdächtige aus Syrien wurden gestern in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Ein vierter Mann sitze in Frankreich in Untersuchungshaft.

Hinweise, "dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten", liegen demnach nicht vor. Einen Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni in Frankreich beginnt, wurde gestern nicht bestätigt. Der in Brandenburg festgenommene 27-Jährige soll sich in einer Flüchtlingsunterkunft bei Wriezen im Oderbruch aufgehalten und einen Asylantrag gestellt haben. Der Sender SWR berichtete, dass auch die beiden anderen, 25- und 31-jährigen Syrer in Flüchtlingsunterkünften leben. Der vierte, 25-jährige Mann, habe sich am 1. Februar in Paris den Behörden offenbart. Den Auftrag für den Anschlag in Düsseldorf haben der 27-Jährige und der in Paris inhaftierte Mann laut Bundesanwaltschaft bereits 2014 vor ihrer Ausreise aus Syrien von der Führungsebene des IS bekommen. Die anderen beiden Verdächtigen hätten sie später von der Teilnahme überzeugt. Geplant gewesen sei, dass sich zunächst zwei Selbstmordattentäter in der zentralen Heinrich-Heine-Allee in die Luft sprengen. Anschließend hätten weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Gewehren und Sprengsätzen töten sollen.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte auf Anfrage lediglich, die Gefährdungslage sei "unverändert" hoch. Deutschland befinde sich weiterhin "ebenso wie andere europäische Staaten im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus".

Maas lobt Ermittler

Justizminister Heiko Maas (SPD ) erklärte: "Das entschlossene Vorgehen des Generalbundesanwaltes zeigt: Unsere Ermittlungsbehörden gehen gegen mutmaßliche Terroristen mit allen Mitteln des Rechtsstaats vor." NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD ) kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen zu überprüfen´. >

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