Einkommen im Saarland niedriger als im Bund

Einkommen im Saarland niedriger als im Bund

Die saarländischen Arbeitnehmer verdienen im Durchschnitt pro Jahr knapp 2200 Euro weniger als ihre Kollegen in Westdeutschland, so eine Studie der Arbeitskammer. Die Arbeitgeber warnen vor einem Zerrbild.

Die saarländischen Arbeitnehmer hinken beim Einkommen ihren Kollegen in anderen Regionen spürbar hinterher. Außerdem ist die Verdienstschere in den vergangenen Jahren noch weiter auseinandergegangen. Das geht aus einer Studie der Arbeitskammer (AK) hervor. Im Saarland seien die Löhne und Gehälter in den Jahren 2005 bis 2014 um 16,9 Prozent gestiegen. Im früheren Bundesgebiet habe dieses Wachstum bei 18,6 Prozent gelegen. "Dieser Trend muss dringend gestoppt werden", forderte gestern AK-Hauptgeschäftsführer Horst Backes. Beim Verdienst liegen die saarländischen Arbeitnehmer der AK zufolge um 6,7 Prozent hinter ihren westdeutschen Kollegen. Dies sei ein Unterschied von knapp 2200 Euro pro Jahr - bei einem Durchschnittseinkommen von rund 30 370 Euro.

Nach Ansicht der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) zeichnet die Arbeitskammer "ein Zerrbild". Es stimme zwar, dass saarländische Angestellte statistisch weniger verdienen als ihre Kollegen in Westdeutschland. "Das liegt daran, dass im Saarland Konzernzentralen sowie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Industrieunternehmen fehlen", erklärte VSU-Geschäftsführer Martin Schlechter. Bei den Einkommen "ist das Saarland von einem Mittelstandsbauch geprägt", sagt er. "Es gibt deutlich weniger Schlechtverdiener in den unteren Einkommensgruppen als im Bundesvergleich, gleichzeitig aber auch viel weniger Arbeitnehmer mit sehr hohen Einkommen." Darüber hinaus würden die geringeren Lebenshaltungskosten den statistischen Verdienstrückgang wettmachen.

Die AK verweist darauf, dass auch die Spitzenpositionen in der Industrie schlechter bezahlt werden. "Wenn sich das Saarland als Industrieland profilieren möchte, sollte auch eine Aufwertung der Verdienste in einigen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes erfolgen", forderte Backes.

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