Druck aus der Union für die Homo-Ehe

Saarbrücken/Berlin · In der Regierung bremst die Union beim Thema Homo-Ehe. Doch in der Partei und bei ihren Wählern gibt es Bewegung. So zeigte sich Fraktionsvize Nadine Schön (St. Wendel) offen für die Homo-Ehe.

Im Streit um die Öffnung der Ehe für Homosexuelle schlägt die Fraktions-Vize der Union im Bundestag, Nadine Schön, einen CDU-Parteitag über die Bedeutung der Ehe für alle vor. "Ich rege an, dass sich der nächste Bundesparteitag intensiv mit diesem Thema befasst", sagte die Bundestagsabgeordnete aus St. Wendel der "Rheinischen Post". Sie persönlich stehe der Ehe auch für Homosexuelle offen gegenüber, sagte die CDU-Politikerin. In gleich- wie gemischtgeschlechtlichen Partnerschaften übernähmen die Menschen Verantwortung füreinander. "Die Ehe ist Ausdruck dessen", sagte Schön. "Wir sollten zwei Dinge unterstützen: lebenslange Verantwortung füreinander und Familien, die Kinder großziehen."

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch einen Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD ) beschlossen, mit dem die eingetragene Lebenspartnerschaft der Ehe weiter, aber nicht völlig angeglichen wird. Dabei wurde erneut der Streit in der Koalition um die Homo-Ehe deutlich. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Thomas Strobl (CDU ), lehnte am Wochenende eine völlige Gleichstellung ab und verwies auf die geltenden Vereinbarungen darüber im Koalitionsvertrag.

Nach Ansicht des CSU-Politikers Peter Ostenrieder zeichnet sich in seiner Partei aber ein Stimmungswandel ab. "Die CSU ist eine Volkspartei, und im Volk ist die Richtung ganz klar", sagte der CSU-Fraktionschef von Peiting der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Nach einer bereits am Freitag veröffentlichten TNS-Emnid-Umfrage befürworten 63 Prozent der Unions-Anhänger eine Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe . Zustimmend äußerten sich am Wochenende auch Vertreter der evangelischen Kirche.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung wollen Parlamentarier von SPD , Linken und Grünen in dieser Woche eine Erklärung veröffentlichen, in der sie die "Ehe für alle ohne Wenn und Aber" fordern. Die Iren hatten sich kürzlich per Volksentscheid mit einer deutlichen Mehrheit von 62 Prozent für die Einführung der Homo-Ehe ausgesprochen.

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