Eskalation in Nahost Iran feuert mehr als 300 Geschosse auf Israel – EU-Außenminister tagen außerplanmäßig (Video)

Update | Tel Aviv · Ein mutmaßlicher Angriff auf die Botschaft des Iran in Syrien von Israel aus hat zum militärischen Gegenschlag geführt. Hunderte Drohnen und Raketen sollen auf Israel abgefeuert worden sein. USA, EU, Großbritannien und Deutschland reagierten. Die aktuellen Entwicklungen im News-Update.

Dieses Bild soll abgeschossene iranische Raketen über dem Tempelberg in Jerusalem zeigen. Einen Film dazu veröffentlichte die Regierung auf X in der Nacht auf Sonntag, 14. April.

Dieses Bild soll abgeschossene iranische Raketen über dem Tempelberg in Jerusalem zeigen. Einen Film dazu veröffentlichte die Regierung auf X in der Nacht auf Sonntag, 14. April.

Foto: Israel Government/Screenshot: Matthias Zimmermann (hgn)

Update von Sonntag, 14. April, 17.18 Uhr: Wegen der Drohnen- und Raketenangriffe kommen die EU-Außenminister außerplanmäßig am Dienstag, 16. April, zu einer Sitzung zusammen. Sie wollen während einer Videoschalte die Lage im Nahen Osten beraten.

Drohnen aus dem Iran über Israel tauchen  gegen 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr deutscher Zeit) in der Nacht auf Sonntag, 14. April, über Israel auf.

Drohnen aus dem Iran über Israel tauchen gegen 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr deutscher Zeit) in der Nacht auf Sonntag, 14. April, über Israel auf.

Foto: i24news/Screenshot: Matthias Zimmermann (hgn)

Update von Sonntag, 14. April, 15.01 Uhr: Nach dem iranischen Angriff auf Israel in der Nacht auf Sonntag, 14. April, haben sich Nato-Vertreter besorgt gezeigt. So müsse verhindert werden, dass der Nahost-Konflikt außer Kontrolle gerät. Deshalb wurden alle Beteiligten dazu aufgerufen, sich zurückzuhalten. Unterdessen bestellte Iran die Botschafter mehrerer Staaten ein, darunter auch Deutschland. Hintergrund sei die Haltung der entsprechenden Regierungen gegenüber dem Beschuss auf Israel.

Update von Sonntag, 14. April, 13.02 Uhr: Die Lufthansa hat wegen der iranischen Angriffe auf Israel vorerst alle Flüge nach Israel, Libanon und Jordanien gestrichen. Das teilt ein Unternehmenssprecher am Sonntag, 14. April, mit. Unterdessen warnen Regierungen vor einer Eskalation im Nahen Osten. Teheran erklärte seinerseits die Operation für beendet und sprach von einem Erfolg. Es seien militärische Ziele getroffen und zerstört worden. Tel Aviv hingegen ließ verlauten, den Beschuss durch Drohnen und Raketen abgewehrt zu haben. Die Regierung im Iran drohte Israel, sollte es Vergeltungsschläge geben.

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Foto: BeckerBredel

Update von Sonntag, 14. April, 10.08 Uhr: Die G-7-Staaten kommen Sonntagnachmitta, 14. April, zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Die Teilnehmer werden sich wegen der Entwicklungen in der Nacht in einer Videoschalte beratschlagen. Italien habe dazu einberufen. Daran nehmen die wichtigsten Industriestaaten des Westens mit ihren Regierungschefs teil. Dazu gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

Update von Sonntag, 14. April, 10.03 Uhr: Laut einer Kabinettserklärung hat Jordanien einige „Flugobjekte“ abgefangen, von denen es sagte, sie seien letzte Nacht in seinen Luftraum gelangt, als der Iran Israel angriff, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Das berichtet der arabische Nachrichtensender Al Jazeera. „Einige Granatsplitter fielen in dieser Zeit an mehreren Stellen, ohne dass es zu nennenswerten Schäden oder Verletzungen bei den Bürgern kam“, hieß es. „Unsere Streitkräfte werden sich allem stellen, was die Sicherheit des Heimatlandes und seiner Bürger sowie die Unverletzlichkeit seines Luftraums und Territoriums gefährden würde“, berichteten staatliche Medien. Die Regierung forderte alle Parteien zur Zurückhaltung auf und erklärte, eine Eskalation sei gefährlich, fügte sie hinzu.

Update von Sonntag, 14. April, 9.55 Uhr: Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert Sanktionen gegen den Iran als Folge des Angriffs auf Israel in der Nacht mit mehr als 300 Drohnen und Raketen. „Deutschland und die EU dürfen keine Zweifel an einer klaren und harten Position gegenüber Teheran lassen", meldet ein Sprecher. Die Revolutionsgarden müssten als Terrororganisation eingestuft werden.

Update von Sonntag, 14. April, 9.49 Uhr: Mitglieder des iranischen Parlaments in Teheran feiern den Drohnen- und Raketenangriff auf Israel, der in der Nacht auf Sonntag, 14. April, gestartet wurde. Abgeordnete recken die Faust in die Luft und fordern den Tod Israels. Videoaufnahmen des Staatsfernsehen zeigen diese Geste. Bereits in der Nacht feierten Menschen in der iranischen Hauptstadt den Angriff auf Israel. Das Fernsehen zeigte Autokorso und Menschen, die iranische Fahnen schwenken.

Update von Sonntag, 14. April, 7.36 Uhr: Nach dem Großangriff des Irans auf Israel ist der israelische Luftraum am Sonntagmorgen, 14. April, wieder geöffnet worden. Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv funktioniere wieder normal, berichteten israelische Medien. In der Nacht waren wegen des Angriffs verschiedene Flüge abgesagt. Der Luftraum war sieben Stunden geschlossen. Der Flughafen Ramon im Süden solle vorerst weiter geschlossen bleiben, hieß es.

Update von Sonntag, 14. April, 7 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat den iranischen Angriff in der Nacht „auf das Schärfste“ verurteilt und für diesen Sonntag Beratungen der G7-Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien angekündigt. Er werde die Staats- und Regierungschefs der G7 zusammenrufen, „um eine gemeinsame diplomatische Reaktion auf den dreisten Angriff des Irans zu koordinieren“, teilte Biden mit. Er habe kurz zuvor mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert und ihm Amerikas unerschütterliche Unterstützung für die Sicherheit Israels zugesichert. Israel sei in der Lage gewesen, eine beispiellose Angriffswelle abzuwehren. Dies sei „eine klare Botschaft an seine Feinde, dass sie die Sicherheit Israels nicht wirksam bedrohen können“. An dem Treffen wird auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz teilnehmen, der von dem Angriff auf seinem Flug nach China erfuhr. Nach der Landung verurteilte er als Erstes die Angriffe „mit aller Schärfe“. „Mit dieser unverantwortlichen und durch nichts zu rechtfertigenden Attacke riskiert Iran einen regionalen Flächenbrand“, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit im Namen des Kanzlers. „In diesen schweren Stunden steht Deutschland eng an der Seite Israels. Über weitere Reaktionen werden wir uns nun eng mit unseren G7-Partnern und Verbündeten besprechen.“

Update von Sonntag, 14. April, 3.03 Uhr: Auf der Internetseite des Heimatschutzes in Israel hat die Behörde die Bevölkerung entwarnt. Das Militär habe an die 200 Drohnen und Raketen abgefangen, die der Iran auf Israel in der Nacht auf Sonntag, 14. April, angefeuert hatte. Das berichtet die Regierung aus Tel Aviv. Mehrere Raketen seien eingeschlagen, die meisten aber vorher abgeschossen worden, so das israelische Militär. Der Angriff aus dem Iran sei aber noch nicht beendet. Die Behörden berichteten von einem verletzten Jungen (10) durch die Angriffe.

Update von Sonntag, 14. April 2.52 Uhr: Das Treffen von US-Präsident Joe Biden mit seinen nationalen Sicherheitsberatern im Weißen Haus, das kurz vor 1 Uhr deutscher Zeit begonnen hatte, ist nach rund zwei Stunden zu Ende gegangen. Das berichtet die BBC und beruft sich dabei auf einen US-Beamten. Dieser ergänzt, dass Biden am Sonntag, 14. April, mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu sprechen wird. Sein nationales Sicherheitsteam werde weiterhin mit Partnern in der Region zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation zu verhindern, heißt es.

Update von Sonntag, 14. April, 2.50 Uhr: Arabische Medien berichten, dass Saudi-Arabien und Jordanien mit den USA und Großbritannien iranische Drohnen und Raketen abgeschossen haben, die auf Israel abgefeuert wurden.

Update von Sonntag, 14. April, 2.36 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in der Nacht auf den Drohnen- und Raketen-Beschuss reagiert. Auf X (vormals Twitter) schrieb er: „Der Angriff auf Israel ist mit nichts zu rechtfertigen und zu entschuldigen.“ Der Iran riskiere eine Eskalation in der Region. Deutschland stehe zu Israel und bewerte die Situation mit seinen Verbündeten.

Update von Sonntag, 14. April, 2.24 Uhr: Nach einer ersten Warnung aus Teheran gegen Jordanien, sich nicht in den Konflikt zwischen dem Iran und Israel einzumischen, hat die Regierung nun auch den USA gedroht. Wie der israelische Nachrichtensender i24news in der Nacht auf Sonntag, 14. April, berichtet, warnt der Iran die „terroristische Regierung der Vereinigten Staaten“ vor alllen Eingriffen, die den Interessen Irans zuwiderlaufen. Ansonsten habe dies heftige Reaktionen des Militärs zufolge.

Update von Sonntag, 14. April, 2.16 Uhr: Analysten erklären, dass das Ziel des Iran sein könnte, mit den Hunderten Drohnen das israelische Abwehrsystem zu blockieren und damit den Raketen freien Weg auf die Städte zu ermöglichen. Das berichtet die BBC in London in der Nacht auf Sonntag, 14. April. Damit könne sich der Iran ein Beispiel an der Kriegsführung Russlands gegen die Ukraine nehmen. Dort sei bislang ähnlich verfahren worden, zitiert der britische Rundfunk einen Insider.

Update von Sonntag, 14. April, 2.05 Uhr: Die USA will Drohnen aus dem Iran auf dem Weg nach Israel abgeschossen haben. Das melden Militärs. Einige mit Sprengstoff bestückte Flugkörper sollen bereits von Jordanien abgefangen worden sein. Diese waren nach Medienberichten aus Israel auf dem Weg nach Jerusalem.

Update von Sonntag, 14. April, 1.51 Uhr: Das israelische Fernsehen präsentiert Bilder, die abgeschossene Raketen über dem Tempelberg in Jerusalem zeigen sollen. Gleichzeitig kündigt Großbritannien an, Kampfjets in die Region zu verlegen.

Update von Sonntag, 14. April, 1.40 Uhr: Der Iran droht jetzt auch Jordanien mit einem Angriff. Auslöser dafür: Jets des jordanischen Militärs sollen Drohen auf dem Weg nach Israel abgefangen haben. Dies sieht Teheran als Einmischung in den Konflikt.

Raketen über Jerusalem – Junge (10) bei Angriff schwer verletzt

Unterdessen meldet das israelische Militär den Abschuss von Raketen aus dem Iran über Jerusalem. Fernsehbilder zeigen glühende Trümmerteile über dem Tempelberg. Gleichzeitig folgen erste Berichte über Verletzte. So soll ein zehnjährige Junge bei dem Angriff schwere Blessuren erlitten haben.

Update von Sonntag, 14. April, 1.12 Uhr: Seit 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) herrscht Luftalarm über Israel. Im gesamten Land dröhnten die Sirenen. Auch in Jerusalem waren sie zu hören. Ab diesem Zeitpunkt überflogen Sprengstoff-Drohnen aus dem Iran den israelischen Luftraum. Die Luftabwehr war seit Tagen schon in höchster Alarmbereitschaft und bereitete sich auf den Abwehr des Angriffs vor.

Fernsehen zeigt Explosionen über Israel

Mehr als 100 Drohnen und Raketen seien gestartet worden., hieß es im Staatsfernsehen in Teheran. Das israelische Fernsehen zeigte Bilder von Explosionen am Nachthimmel. Es seien bereits erste Flugkörper abgefangen worden. Über Schäden war zunächst nichts bekannt geworden. Die Angriffe zielten auf die von Israel annektierten Golan-Höhen.

Ursprungsmeldung von Samstag, 13. April, 23. 52 Uhr: 16 Menschen sind Anfang April bei einem Angriff auf die iranische Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus getötet worden. Unter ihnen sollen sieben Mitglieder der Revolutionsgarde gewesen sein. Tel Aviv wird von der Regierung in Teheran dafür verantwortlich gemacht. Bereits kurz nach diesem Vorfall hatte das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, Vergeltung angekündigt. Jetzt scheint es wohl dazu zu kommen.

Angriff: Drohnen und Raketen aus dem Iran auf dem Weg nach Israel

Dutzende Drohnen sollen am späten Samstagabend, 13. April, von Teheran aus auf den Weg nach Israel geschickt worden sein. Womöglich sollen sich auch Raketen darunter befinden. Gegen 22 Uhr deutscher Zeit habe der iranische Gegenschlag begonnen. Einen Angriff in dieser Art gab es laut Experten noch nie. Dieser könne sich über mehrere Stunden erstrecken.

Wegen der drohenden Eskalation im Nahen Osten hatte US-Präsident Joe Biden bereits am Nachmittag seinen Wochenend-Urlaub abgebrochen und war zurück ins Regierungsviertel gekehrt.

ARD: Gefährliche Kamikaze-Drohnen sollen eingesetzt sein

In Israel haben die meisten Menschen auf ihrem Smartphone eine Raketen-Warnapp. Gegen 23.30 Uhr war sie noch nicht ausgelöst worden. Mit den ersten Flugobjekten über Israel wird gegen 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit gerechnet. Ein Militärsprecher in Tel Aviv sagte, dass Drohnen mehrere Stunden Flugzeit brauchen. Zu jenem Zeitpunkt seien über Nachbarländern Israels bereits erste so genannte Kamikaze-Drohnen abgefangen worden. Das berichtet ein ARD-Korrespondent aus der israelischen Hauptstadt. Gegen 0.50 Uhr deutscher Zeit ertönten Sirenen in Jerusalem. Kurz darauf tauchten erste Flugkörper im israelischen Luftraum auf. Bilder davon übertrug der Nachrichtensender i24news.

Wie es im iranischen Fernsehen heißt, seien sogar mehrere 100 Flugobjekte in Richtung Israel abgefeuert worden. Jordanien hatte zuvor erklärt, etwaige Flugobjekte in seinem Luftraum abzuschießen. Es war dort von einer angemessenen Reaktion auf den Anschlag auf die iranische Botschaft die Rede.

US-Präsident Biden warnte Iran vor Angriff auf Israel

Die Flugabwehr in Israel ist schon seit Tagen in höchster Alarmbereitschaft. Das israelische Sicherheitskabinett in Tel Aviv trat noch am Samstagabend zusammen, als die Meldung über die von Iran aus auf den Weg gebrachten Drohnen die Regierung erreicht hatte. Auch Huthi-Rebellen sollen aus dem Jemen Drohen, vom Libanon aus Raketen der Hisbollah-Miliz auf Israel abgefeuert worden sein.

Diese Drohenart werde auch bei Angriffen auf die Ukraine eingesetzt. Sie treten in Schwärmen auf und können große Zerstörungen anrichten. Ein Experte nannte im israelischen Fernsehen, dass eine Drohne mit bis zu 20 Kilo Sprengstoff bestückt sein könnte. Je nachdem wie stark Israel die Sprengsätze treffen, umso größer dürfte die Reaktion ausfallen. US-Präsident Joe Biden hatte zuvor Iran vor einem Angriff gewarnt. Mittlerweile tagt Biden mit seinen Militärberatern im Weißen Haus in Washington.

EU-Außenbeauftragter verurteilt Irans Luftschlag

Auf X (vormals Twitter) reagierte noch in der Nacht auf Sonntag, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Er verurteilte in seinem Tweet im Namen der EU den iranischen Angriff. Er nannte ihn „inakzeptabel“. Borrell sprach von einer beispiellosen Eskalation. Sie Sicherheit sei ernsthaft bedroht.

Auch aus Deutschland meldeten sich kurz nach Mitternacht erste Politiker zu Wort. Unter ihnen Roderich Kiesewetter. Er ist außenpolitischer Sprecher der CDU. Er schrieb auf X: „Hoffe, Israel übersteht massiven Angriff des Terrorstaats Iran. Auch Deutschland muss fest an Israels Seite stehen! Es darf keinen Zweifel geben.“ Außenministerin Annalena Baerbock (Grünen) schrieb ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst: „Iran hat Drohnen und Raketen auf Israel abgeschossen. Wir verurteilen den laufenden Angriff, der eine ganze Region ins Chaos stürzen kann, aufs Allerschärfste. Iran und seine Proxies müssen diesen sofort einstellen. Israel gilt in diesen Stunden unsere ganze Solidarität.“

(hgn)
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