Die Militäroffensive der türkischen Armee in Syrien sorgt für Konflikte im Saarland.

Konfrontation verschärft sich im Saarland : Saar-Polizei rüstet sich für Kurden-Proteste

Die Militäroffensive der Türkei in Syrien wirkt sich nun auch auf das Saarland aus. Die Behörden rechnen mit teils illegalen Kundgebungen.

Nach heftigen Protesten und Blockaden am Sonntag als Reaktion auf die türkische Militäroffensive in Nordsyrien rechnet die Polizei im Saarland mit weiteren, teils unangemeldeten Demonstrationen der hiesigen Kurden. „Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass neben angemeldeten (...) Versammlungen auch solche einzukalkulieren sind, die nicht wie verabredet verlaufen“, hieß es am Montag auf SZ-Anfrage aus dem Innenministerium. Man bereite sich „personell und konzeptionell“ auf „zum Teil hoch emotionalisierte“ Demonstranten vor. Bislang seien die Proteste größtenteils friedlich verlaufen. Jedoch rechnet die Behörde damit, dass es erneut zu Straftaten wie dem Zeigen verbotener Fahnen, Beleidigungen und/oder Vermummung kommen könnte.

Seit dem Einmarsch türkischer Truppen in Syrien am 9. Oktober zur Bekämpfung der dortigen Kurdenmilizen wächst in ganz Deutschland die Angst davor, dass sich der Konflikt zwischen Türken und Kurden auch hierzulande zuspitzt. Im Saarland hat es bislang fünf Kundgebungen gegeben. Für heute Abend ist erneut eine vor der Europagalerie geplant. Am späten Sonntagabend hatten sich etwa 100 Kurden unangemeldet vor dem Saarbrücker Hauptbahnhof versammelt – und für eine Teilsperrung des Bahnhofs gesorgt. Etwa 70 Polizeibeamte waren im Einsatz. Aus taktischen Gründen könnten die Sicherheitsbehörden keine Details zum weiteren Vorgehen nennen, hieß es. Die Polizei stehe mit den Organisatoren in Kontakt.

Der Verband der Türkischen Islamischen Union (Ditib) hält sich indes bedeckt. Auf SZ-Anfrage verwies der Co-Vorsitzende im Saarland, Samet Yarar, lediglich auf eine nicht existente Online-Stellungnahme. Auch der Bundesverband teilte auf Anfrage lediglich mit, dass Ditib, anders als in sozialen Netzwerken behauptet, ihre Anhänger niemals dazu aufgerufen habe, in den Moscheen für den Erfolg der Militäroffensive zu beten.

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