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Die Bergbau-Krise braucht kühlen Kopf

Die Bergbau-Krise braucht kühlen Kopf

Die Bergbau-Krise braucht kühlen KopfZum Artikel "Bergbau-Ende von Energiekrise begleitet" (SZ vom 16. April), zu anderen Texten und zu zahlreichen Leserbriefen Betroffenheit gibt es nicht nur in Saarwellingen oder Nalbach. Der 23. Februar machte neben den 5100 Bergbaubeschäftigten auch die 4000 Mitarbeiter in der Mantelindustrie betroffen

Die Bergbau-Krise braucht kühlen Kopf

Zum Artikel "Bergbau-Ende von Energiekrise begleitet" (SZ vom 16. April), zu anderen Texten und zu zahlreichen Leserbriefen

Betroffenheit gibt es nicht nur in Saarwellingen oder Nalbach. Der 23. Februar machte neben den 5100 Bergbaubeschäftigten auch die 4000 Mitarbeiter in der Mantelindustrie betroffen. Erste Kündigungen sind schon ausgesprochen worden. Auch die saarländische Kraftwerke sind in erheblichem Maß gefährdet. Niemand will im Saarland einen Bergbau, der Leib und Leben gefährdet. Der deutsche Bergbau hat einen hohen Sicherheitsstandart, den es in Importkohleländern nicht gibt. Auch deshalb hat er eine faire Perspektive verdient.

Gerhard Schley, Ottweiler

Auf den Spuren von Napoleon Bonaparte

Schicken wir Oskar Lafontaine wie einst Kaiser Napoleon auf die Insel Sankt Helena!

Marlene Baron, Nalbach

Das Gemeinwohl muss Vorrang haben

Meiner Meinung nach hat Herr Josef Ganster erkannt, dass wir ohne die Kohle in ein Abhängigkeitsverhältnis geraten, das zur Folge hat, dass unser Land den Einfluss auf die Preisgestaltung unserer Energie verliert. Es ist einfach, einen Stecker in die Steckdose zu stecken. Aber was machen wir, wenn sich das niemand mehr leisten kann? Auch fehlende Arbeitsplätze müssen zuerst tatsächlich ersetzt werden. Reden hat noch niemandem Lohn und Brot gebracht. Bei allem Verständnis für die Ängste der Bergbaubetroffenen darf man das Gemeinwohl nicht aus den Augen verlieren.

Heike Erdmenger, Dudweiler

Aus Unrecht kann kein Recht gedeihen

In was für einem Konflikt sollen Profis vermitteln? Den Geschädigten wird verübelt, dass sie sich wehren. Den Verursachern wird verübelt, dass sie Schäden anrichten. Das Institut kann aus Unrecht nicht Recht machen, aus Lügen keine Wahrheiten. Wer Hülzweiler am 2. April erlebt hat, glaubt nicht mehr an Frieden. Auf Seiten der Geschädigten geht es nicht um Emotionen, sondern darum, dass man ihr Eigentum opfert. Das empfinden wir als bitteres Unrecht.

Gerti Freichel, Saarwellingen

Böse Drohungen sind beileibe keine Lösung

Es ist lächerlich, wenn Peter Lehnert als Landesvorsitzender der Bergbau-Betroffenen den Bergleuten Gespräche oder "Hilfe" anbieten will. Auch sein Gejammere über Drohungen nimmt niemand aus dieser Berufsgruppe mehr ernst. Was ist mit den Kindern, die in Schulen gemobbt werden? Frauen, die nicht mehr in Geschäften bedient werden? Wenn er die Wogen glätten will, dann sollte er zuerst einmal die Demonstrationen einstellen. Drohungen und böse Worte sind keine Lösung. Von wem auch immer.

Uwe Motz, Schwalbach

Bergleute könnten Schäden reparieren

Die Bergleute gehen Blut spenden. Wie Tausende anderer Saarländer regelmäßig auch. Warum gehen die Bergleute nicht zu den Bergbaugeschädigten und übernehmen zumindest einen Teil der notwendigen Reparaturen? Dann würden sie sehen, welche Schäden ihr Arbeitgeber verursacht. Und die Bergbaugeschädigten würden sehen, dass Bergleute auch nur ganz normale Menschen sind.

Tamara Wagner, Saarwellingen

Eine Neiddebatte

soll diffamieren

Die Behauptung, Bergleute hätten sowieso keine Lust, länger als bis zum Alter von 48 Jahren zu arbeiten, um dann mit einem goldenen Handschlag in den Ruhestand verabschiedet zu werden, finde ich grotesk. Hier wird mal wieder versucht, über eine Neiddebatte die Bergleute zu diffamieren. Der Übertage-Beschäftigte geht frühestens mit 57 in den Vorruhestand. Diese Praxis wird in vielen Konzernen angewendet, die Personalabbau betreiben, das Kind hat da nur einen anderen Namen. Und die Kohle-Subventionen halten 40000 Menschen in Beschäftigung und werden nicht in dubiosen Bankgeschäften verschleudert.

Volker Pütz, Homburg

Neue Stellen werden nicht angenommen

Bis 1965 war ich selbst als Bergmann beschäftigt - bis zur großen Kohlekrise im Saarland. Ich kann als Bergbau-Betroffener leider nicht erkennen, dass jetzt auch nur ein Bergmann Stellenangebote von Firmen angenommen hätte, um einer drohenden Arbeitslosigkeit zu entgehen. Die Gewerkschaft als Tarifpartner sollte sich doch um einen Sozialplan mit der RAG bemühen, statt die Förderung der Kohle wieder anzutreiben.

Lothar Müllenbach, Nalbach

Porzellan gegen die Wand heißt Scherben

Peter Müller und seine Landesregierung wollen im Bergbaustreit endlich vermitteln. Dieser Schritt ist mehr als überfällig, dennoch überrascht mich dieser Sinneswandel. Man kann doch nicht Porzellan gegen die Wand schmeißen und sich wundern, dass es dabei Scherben gibt. Die Landesregierung hat ihren Beitrag zur Eskalation geleistet. Eines der wenigen Dinge, die sie mit Erfolg betrieben hat. Ich glaube, dass Bergleute und Bergbaugegner schon den Schulterschluss tätigen: Diese Chaos-Regierung abzuwählen.

Tobias Speicher, Großrosseln

Bergwerksdirektor kam Pflichten nach

Zum Leserbrief "Ein Kapitän geht zuletzt von Bord" von W. Ackermann (12./13. April)

Ich kenne Herrn Bronder als Bergwerksdirektor, der seiner Verantwortung, vor allem gegenüber seinen Mitarbeitern, stets mit hohem persönlichem Engagement nachgegangen ist. Wenn ihm nun Herr Ackermann vorwirft, das sinkende Schiff zu verlassen und seine Mannschaft im Stich zu lassen, finde ich das nicht in Ordnung. Auch finde ich es diffamierend, wenn er vom Erhalt "fetter Kohle" schreibt. Ist er denn in der Lage, die Leistungen und die Bezüge von Herrn Bronder zu beurteilen?

Peter Steinmetz, Sulzbach