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Deutschland und Indien machen gemeinsame Sache

Deutschland und Indien machen gemeinsame Sache

Berlin. Deutschland und Indien wollen sich im Bemühen um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gegenseitig unterstützen

Berlin. Deutschland und Indien wollen sich im Bemühen um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gegenseitig unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Samstag nach einem Treffen mit dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh, beide wollten "versuchen, die Reform der Vereinten Nationen so voranzutreiben, dass der ständige Sitz unserer Länder dort auch Realität wird". Dafür biete die zweijährige nichtständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat 2011/2012 eine sehr gute Möglichkeit.Gerade Indien habe im Bestreben, einen ständigen Sitz zu bekommen, sehr viel Unterstützung in letzter Zeit erfahren, zum Beispiel von US-Präsident Barack Obama, erklärte Merkel. "Also, ich glaube, dass wir hier sehr gut zusammenarbeiten können."

Der indische Ministerpräsident sagte: "Die Beziehungen zwischen Indien und Deutschland sind ausgezeichnet." Dies sei auch auf den persönlichen Einsatz der Bundeskanzlerin zurückzuführen. Beide Länder wollten eng zusammenarbeiten, um die Effizienz des Sicherheitsrats zu verbessern und mehr ständige Mitglieder durchzusetzen. Aus Anlass des 60. Jahrestags der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 2011 lud Singh die deutsche Kanzlerin zu einem Besuch in Indien ein. Merkel sagte, sie habe die Einladung angenommen.

Die Bundeskanzlerin betonte, Deutschland nehme die seit dem Jahr 2000 bestehende strategische Partnerschaft mit Indien in allen Bereichen, auch beim Technologietransfer, sehr ernst. Singh habe den Bereich der friedlichen Nutzung der Kernenergie genannt.

Die Zusammenarbeit werde noch intensiver werden, wenn in wenigen Monaten das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union unterzeichnet werden könne, erklärte die Regierungschefin. Dann könne sich auch der Hochtechnologietransfer besser entwickeln Beide Länder wollen ihren Güteraustausch um mehr als 50 Prozent steigern.

Indien und die EU hatten am Freitag bekannt gegeben, 2011 ein Freihandelsabkommen unterzeichnen zu wollen. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso sagte nach einem Treffen mit Singh, nachdem sich der Handel zwischen der EU und Indien in den vergangenen sieben Jahren verdoppelt habe, "sollten wir auf dieser Dynamik aufbauen".

Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte den Handel zwischen beiden Parteien um fast 30 Prozent wachsen lassen. Die Zölle auf Produkte würden um 90 Prozent gekürzt, und ein Abkommen würde dem Wachstum von Handel und Investitionen auf beiden Seiten helfen. dapd