Deutsche müssen ab April für Plastiktüten zahlen

Deutsche müssen ab April für Plastiktüten zahlen

Umweltschutz statt Plastikbeutel: Viele Einzelhändler in Deutschland wollen künftig für Einwegtüten Geld verlangen. Sie kommen damit einer gesetzlichen Verpflichtung zuvor. Den Preis für die Tüten kann jeder Händler selbst festlegen.

In zahlreichen Geschäften wird den Bundesbürgern ab April keine Gratis-Plastiktüte mehr angeboten. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesumweltministerium hat der Handelsverband Deutschland (HDE) vorbereitet. "Es beteiligen sich so viele Unternehmen, dass 60 Prozent der Tüten im Handel erfasst sind", sagte gestern HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. In zwei Jahren soll der Anteil der kostenpflichtigen Beutel bei 80 Prozent liegen.

Eine Richtlinie der EU sieht die Senkung des jährlichen Tütenverbrauchs auf 40 Stück pro Einwohner und Jahr bis 2026 vor. In Deutschland liegt der Wert zurzeit bei 71 Beuteln. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD ) hatte einen Vorstoß des Handels angemahnt, andernfalls sei eine "Regelung per Ordnungsrecht unausweichlich". Wie viel die Kunden künftig zahlen müssen, legt aus kartellrechtlichen Gründen jeder Händler selbst fest. Der Naturschutzbund Nabu fordert einen Preis von mindestens 50 Cent pro Einwegtasche .

Der Saar-Handel bewertet das Vorhaben überwiegend positiv. Axel Ulmcke, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins Homburg, sieht die Abschaffung der kostenlosen Tüten als einzigen Weg, um das Verhalten der Verbraucher spürbar zu verändern. "Die Gesellschaft zahlt nicht von alleine. Man muss sie zwingen", sagte er zur SZ. Die Müllberge seien längst zu hoch. Auch Nico Ganster, Chef des Gewerbevereins in St. Ingbert, steht der Tüten-Gebühr positiv gegenüber. Nach seiner Einschätzung sind die Verbraucher "durchaus bereit, ihren Beitrag zur Schonung der Umwelt zu erbringen". Der Griff zu kostenpflichtigen Tüten müsse aber nicht das letzte Mittel sein, so Ganster. Der Handel könne auch auf Papiertüten umstellen. > , Meinung