Deutsch-Mängel bei Ärzten gefährden Patienten

Deutsch-Mängel bei Ärzten gefährden Patienten

Berlin/Saarbrücken. Schlechte Deutsch-Kenntnisse vieler ausländischer Ärzte werden zunehmend zu einer Gefahr für die Patienten in Deutschlands Krankenhäusern. Diese Ansicht vertritt der Verband der Krankenhausdirektoren (VKD). "Das wird zum Sicherheitsproblem", sagte Verbandspräsident Josef Düllings gestern in Berlin

Berlin/Saarbrücken. Schlechte Deutsch-Kenntnisse vieler ausländischer Ärzte werden zunehmend zu einer Gefahr für die Patienten in Deutschlands Krankenhäusern. Diese Ansicht vertritt der Verband der Krankenhausdirektoren (VKD). "Das wird zum Sicherheitsproblem", sagte Verbandspräsident Josef Düllings gestern in Berlin. Viele Mediziner aus dem Ausland könnten aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse die Abläufe in den Kliniken häufig nur schwer nachvollziehen, erklärte er. Kommunikation sei jedoch wesentlich bei der Sicherheit der Patienten. "Es gibt inzwischen Krankenhäuser, in denen kaum noch ein Arzt richtig deutsch spricht", mahnte auch der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery."Der Anteil ausländischer Ärzte auf Assistenzebene ist stark gestiegen", erklärte VKD-Präsident Düllings weiter. In vielen Häusern liege der Wert bereits bei über 50 Prozent. Die Ärzte kämen etwa aus Syrien, Ägypten, Rumänien, Griechenland oder Spanien.

Die Fachkenntnisse der Mediziner seien meistens gut, betonte Düllings. Die Kliniken stellten die Ärzte aber oft bereits ein, bevor sie ausreichende Sprachkenntnisse hätten. Der VKD forderte Bund und Länder auf, "deutlich mehr" Programme zur sprachlichen und kulturellen Integration ausländischer Ärzte aufzulegen. Zudem sollte das Studienangebot für Mediziner um mindestens zehn Prozent erhöht werden.

Verantwortlich für den steigenden Ausländer-Anteil in deutschen Kliniken ist der Ärztemangel vor allem in kleineren Häusern. Alfons Vogtel, Chef der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, schätzt die Quote der Mediziner mit ausländischen Wurzeln hierzulande auf 25 Prozent. Schlechte Sprachkenntnisse seien auch im Saarland "zunehmend ein Problem". , Meinung dpa/red

Foto: VKD