Deutlich mehr Top-Verdiener im Saarland

Deutlich mehr Top-Verdiener im Saarland

Im Saarland wächst die Zahl der Menschen, deren Jahreseinkommen über 150 000 Euro liegt. Zugleich steigt das Armutsrisiko. Die Linke sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Zahl der Spitzenverdiener im Saarland mit einem jährlichen Einkommen von 150 000 Euro und mehr ist seit der Jahrtausendwende in die Höhe geschnellt. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Demnach stieg die Zahl der Steuerpflichtigen mit entsprechenden Einkünften von 3100 im Jahr 2001 auf 4950 in 2010. Das bedeutet eine Steigerung um 60 Prozent. Der Anteil der Top-Verdienste am Gesamteinkommen kletterte von 9,7 auf 10,9 Prozent. Bundesweit stieg die Quote im selben Zeitraum von elf auf 13 Prozent.

Die Regierungsauskunft besagt weiter, dass sich zwischen 2001 und 2010 - neuere Daten liegen nicht vor - die Zahl der Einkommens-Millionäre von 69 auf 73 erhöhte. Bundesweit wurden zuletzt fast 14 700 gezählt.

Unklar bleibt dagegen, wie viel Prozent des Privatvermögens auf das reichste Prozent der Saarländer entfallen. Auch diese Frage hatte der Linke-Abgeordnete Heinz Bierbaum gestellt. Hintergrund war eine Studie, wonach das reichste Prozent der Deutschen heute ein Drittel des Privatvermögens besitzt.

Für Bierbaum belegen die Zahlen, dass "die Einkommensschere immer weiter auseinandergeht". Tatsächlich hatte schon der im Herbst veröffentlichte Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung ergeben, dass die Ungleichheit in der Einkommens- und Vermögensverteilung "deutlich" wachse. Obwohl die Ungleichheit im Saarland "etwas geringer" ausgeprägt sei als im westdeutschen Schnitt, bestehe auch wegen des gestiegenen Armutsrisikos "sozialpolitischer Handlungsbedarf", hieß es in dem Bericht.

Nach Bierbaums Ansicht muss "dringend" gegengesteuert werden. Neben einer offensiven Lohnpolitik der Gewerkschaften seien die Erhöhung des Mindestlohns sowie ein stärkerer Kampf gegen prekäre Arbeit nötig. Bierbaum verwies auch auf die Forderungen der Linkspartei nach höherem Spitzensteuersatz und Wiedereinführung der Vermögensteuer.